2015/02/17

Die grosse Genderthematik in der Kindererziehung

Gendermarketing ruft bei mir ja so absolute Abwertungsreaktionen hervor. Und da machen auch eigentlich geliebte Firmen - wie Lego - keine Ausnahme. Und weil ich Krümel leider nicht das ganze Leben davor schützen kann, ist es nur ein Grund, warum ich das Geschlecht zumindest bis zur Geburt gar nicht wissen will. Ehrlich, mich gruselt es.
Neulich wollte der Held für's Kind die Krankenhausaustattung kaufen - gender neutral. Das war zumindest in dem Kaufhaus schlicht nicht möglich. Die Verkäuferin meinte auch gleich, das wär ja total unsinning... Ähm, wieso jetzt?

Seitdem wir - und innerlich eigentlich schon viel früher - mit der Familienplanung im Kopf rumspielen, hat ein Thema mich ziemlich beschäftigt: Gendermarketing.
Allein das Wort ist mir ein Greuel. Mir fällt bei vielen dieser Dinge einfach auf, wozu man das braucht?

Ganz massives Kopfschütteln kam bei  der Einführung der PINKEN Mädchen-Ü-Eiern auf. Wer braucht denn so etwas? Und müssen sich Jungs jetzt aktiv für pink entscheiden, wenn sie mal kein Auto haben wollen? Oder muss ich als Mutter jetzt je eins kaufen, es nackisch machen und dann hinhalten, wenn ich wirklich Überraschung will? Dabei steckt da doch im Name der eigentlich CLOU drin: "Überraschung!". Das heisst eben auch, das man mal was kriegt, was man sich nicht wünschte. Aber vielleicht dann doch lieber mochte.

baby walz werbung via sponsardo
Jetzt - hochschwanger - bin ich hormonell doch häufiger in Babyabteilungen zu finden: Kleidersektion. In fast allen Läden gibt es getrennte Mädchen- und Jungen-Regale. Als ob ich mein Baby nur Rosa und Blau anziehen kann. Im Bestfall weiss mit Grau. SUPER. Danke Gendermarketing. Ist euch bewusst, dass allein der Regenbogen 5 weitere Farben hat? Und wenn ich nur RGB-Web-Farben nehme, bin ich bei 16 Millionen 581 Tausend 375 Farbschattierungen. Da wird doch wohl noch was anderes ausser Blau und Rosa dabei sein? Und ich bin mir sicher, man kann Kleidung in mindestens ebenso viele Töne färben. Warum beschränkt ihr Euch so? Ihr wollt mir weiss machen, dass sind die Kunden? NUN, allein ich kenne mindestens 10 Baldmütter, die das extrem scheisse finden. Das sind 100%. Komisch, oder?



Das Thema ist in Bloggerkreisen schon hinreichend bedauert worden. Was mich sofort ermuntert hat, in meinem Fotofundus zu blättern, war dieser Post von Cloudette, in der sie ihr erstes Schulfoto hervorkramte und feststellte, dass man da schwer sagen kann, welches Kind Mädchen udn Junge ist. und wieso muss man das auch? Ist es nicht komplett unwichtig. Das wird später noch übergewichtet genug. Ich stelle fest, dass das bei mir auch noch ähnlich war. ~war hatten nicht alle diese Topffrisur (von mir mal abgesehen), aber es gab viel bunt, vor allem auch bunt kombiniert. Bei meiner Schwester (6 Jahre jünger) gab's dann schon vermehrt  Pinkeinflüsse, das war aber auch schon nach der Wende. Und wenn ich die Fotos von Zoe, der jetzt 16 jährigen Tochter der Freundin meiner Mutter, anschaue, ist da schon viel blau-rosa Genderfarbe im Spiel. Und nein ich habe nix gegen Lieblingsfarben.

Die grandiose dasNuf hat sich mit dem Thema auch schon massiv beschäftigt, und unter anderem diese Auflistung mit ihren Followern zusammengestellt. Gruselig, oder? Den Podcast finde ich leider nicht mehr, aber sie hat auch mal Bausteine in den Lego-Systemen gezählt und festgestellt, dass die Mädchenboxen weniger Bausteine enthalten, dafür mit Accessoires gefüllt sind. Heisst man gibt Mädchen vor, weniger kreativ mit Bausteinen - dem BAUEN - zu sein, sondern mit der Ergebnis Rollenspiele zu machen.

Ich persönlich habe ja - als Ostdeutsches Plattenbaukind - Plattenbauten mit DDR Baukastensystemen gebaut. Die kamen - glaube ich - aus Eisenach? Ich kann mich irren.  Schon da störte mich, dass alles so einfarbig war. Naja. Es kam ja dann bald Lego. Ich habe IMMER alles kunterbunt gebaut. Aus Prinzip. Wenn man die Farben hat, soll man sie auch nutzen.

Als Kind wechselte meine Lieblingsfarbe beinahe im Sekunden-Rhythmus. Es war eben Situationsabhängig. Genauso bunt war mein Kleiderschrank.

Ich möchte meinen Kind keine Lieblingsfarbe vorgeben, noch sein Horizont limitieren, nur weil irgendwelche Marketingfuzzis feststellten, dass sie so 20% mehr verkaufen. Und ehrlich ich dachte, wir sind über den Kram hinweg? Mädchen sind lieb und Jungs sind mutig? So ein Quark.

Ein paar Artikel zum Thema:


Ich lese momentan:
  • "Die Rosa-Hellblau-Falle". Für eine Kindheit ohne Rollenklischees von Almut Schnerring (Autor), Sascha Verlan (Autor)
  

Kommentare:

Windsprite hat gesagt…

Brr... das ironische and der ganzen Sache ist, dass der ganze Rosa Mädchen Wahnsinn mit einem Bruch in den Geschlechterrollen begann, als eine Königin (ich glaube von Dänemark)ihre Tochter statt in das übliche blau in rosa kleidete, weil sie zuerst dachte sie würde einen Jungen bekommen (damals waren die Geschlchterfarben vertauscht)
Daraufhin wollten alle Frauen plötzlich auch rosa Kleider für ihre Töcter haben und kehrte sich alles ins Gegenteil um, ohne es jedoch besser zu machen...
Ich finde das ganze auch Wahnsinn. Rosa ist 'ne schöne Farbe, aber inzwischen wird teilweise ziemlich damit übertrieben. Das ist in der Jungs-Sektion gar nicht der Fall, so die Spielsachen auch eher mal in Gelb, Rot, Blau, Grün oder sonstwas kommen. Wobei mir aufgefallen ist, dass auch bei anderen Farben die Mädels eher Pastelltöne kriegen, während die Jungs auch "dreckigere" Farben tragen oder mit ihnen spielen dürfen...

momo hat gesagt…

Ja, stimmt, bei Mädchen scheint das Rollenklische noch etwas ausgeprägter. Zwar kriegen Jungs oft dreckige Farben zugesprochen, aber hin und wieder mischt sich dann einfach auch eine kräftige Grundfarbe drunter.

Prinzipiell stört mich am meisten, dass es bei Babysachen eine Jungs-Mädchenregal gibt, aber nie ein mittleres BABY regal. Sogar braun und weiss werden eingeordnet. Und wenn man mit nem Verkäufer spricht ist die allererste Frage, was es dann ist. Als ob das das non plus ultra ist. Als ob ich OHNE das Geschlecht zu kennen, gar keine Sachen kaufen DÜRFTE. So ein Humbug.

Alltagsheldin hat gesagt…

Du sprichst mir aus der Seele!
Ich bin aktuell ebenfalls schwanger und konnte nicht wirklich viel Kleidung kaufen, bevor das Geschlecht verraten werden konnte. Das nervt(e) mich. Sehr. Ich würde meiner zweiten Tochter so gerne auch andere Farben anziehen, als nur Rosa und Glitter und all sowas. Doch beim Stöbern in den Läden ist die Enttäuschung schnell groß. Findet sich mal was hübsches grünes, so hat es gleich einen Fußball drauf, was gelbes dann eine Ballerina. FALLS sich überhaupt was findet. Hmpf.

Bei der Großen (10) hab ich noch ein ganzes Weilchen auf Rosa verzichten können. Sie entschied sich dann im Kindergartenalter selbst dafür. Und zuvor? Da fand sie Flugzeuge, Bagger und Autos total toll. Und alle hielten sie für einen Jungen. Tja. -.-