2014/08/19

coffee content: wenn Kaffee-Nerds aufeinander treffen ...

Hatte ich Euch schon Raffaele, unserer letzten kaffetechnischen Errungenschaft erzählt? Als solche ist Raffaele ein echter Klassiker, ist sie doch eine der ältesten kontinuierlich verfügbar Espressomaschinen für die Verbraucher auf dem heutigen Markt.. In der Art wie man die Gaggia Classic (Coffee) heute kaufen kann, existiert sie schon seit 1977.

Und deswegen gibt es natürlich unendlich viele Möglichkeiten so ein Maschinchen zu pimpen, oder schlicht zu erhalten und da in unserem Land ja Kaffeenerds gerade auf dem Vormarsch sind, gibt es eben auch ne Menge nerdige Gepräche zu dem Thema. Und weil ich gerade ein paar Extras zu unserem Machinchen kaufe, lese ich eben die einschlägigen Foren. 
Bei Folgendem musste ich aber sehr lachen, ich stelle mir das in einer Hipster Espressobar* vor, mit Männern mit Bärten, die ihren Espresso aus der Tasse schlürfen (natürlich mit abgespreiztem Finger) und dabei fachsimplen. Davor läuft das Fussvolk, das bei den Gesprächsfetzen fast vor lachen stolpern.   
"Doppelauslauf und 1er Sieb sind aber eine schwierige Kombination. Hier brauchst du eine Espressotasse, die groß genug ist, damit auch beide Auslaufstrahle in die Tasse treffen. Quatsch. Außerdem ist der Nachteil, dass du den Bezug optisch nur schwer überprüfen kannst. Wie der Strahl aus dem ST läuft, ist ein gutes Indiz für die Qualität des Shots. Du siehst an dem Strahl, in welcher Extraktionsphase du gerade bist und vor allem siehst du, ob du Channelingprobleme hast. 
Such mal nach Mäuseschwänzchen Bei einem Single-Shot, der aus einem doppelten Ausfluss raus läuft, kannst du lustige, vereinzelte Tröpfchen sehen, aber keinen aussagekräftigen Strahl." ** 
Ein bisschen Info hinten dran, denn man kann dieses Fachsimpeln durchaus verstehen:

Für unsere Gaggia Classic suche ich einen zweiten Siebträger (ST) mit nur einem (single) Auslauf, im Fachjargon gerne Mäuseschwänzchen genannt. Darin benutzt man sogenannte 1er Siebe gennant.
Ein Auslaufstrahl ist das, was bei einem Brühvorgang dann unten rauskommt - also der Kaffee als solcher -, dass sollte kein zu kräftiger Strahl sein, aber auch kein Getröpfele, was eben bei zwei Ausläufen schnell passiert und so die zart schmelzende Crema, auf die Espressotrinker so stehen, zerstört. 

Ausserdem tampert (andrücken) man man das frisch gemahlene Kaffeemehl gleichmässig in das Sieb, so dass überall das Wasser gleich (hoch) steht, ohne schafft man dem Wasser einfachere Wege und damit wird das Wasser dann nur dadurch gedrückt, was sich meist in zu dürrer Blürre äussert, das nennt man dann Channeling-probleme.

Pro Brühvorgang hat man mehrere Extraktionsphasen, was jetzt wohl ein bisschen weit geht, man erkennt sie hauptsächlich an der Farbe des herauslaufenden Kaffees.


*) die ich auch frequentiere, weil ich guten Kaffee liebe und naja, sicher auch ein kleiner Kaffeenerd im besten Sinne bin. So hipster me in. 
**) aus einer sehr informativen Unterhaltung verschiedener Kaffeenerds auf kaffee-netz.de

Kommentare:

Ella hat gesagt…

Alles zu kompliziert *lach* Filterkaffee: Günstig, Problemlos und Lecker!

momo hat gesagt…

LECKER?? I beg you pardon? seit wann ist der lecker?
einmal einen richtigen espresso geschlürft (nicht das was man oft noch in Deutschland serviert kriegt) schlägt jeden Filterkaffee um Längen...
ähm ja, man merkt, dass ich geringfügige abneigung gegen filterkaffee habe...

Und all das ist ja nur um von 85-90% was solche maschinen per see kommtn auf 100% zu kommen... und wie immer je näher man dran ist, desto komplizierter die änderungen...

momo hat gesagt…

PS: dir sei dein Filterkaffee übrigens gegönnt. ich bin da entgegen den meisten Kaffeenerds tolerant, allerdings würde ich bei Besuch - so ich das weiss - zumindest meine kleine italienische Macchina (das sind die typisch italienischen Kaffeekannen, bei den das Wasser mit Druck von unten durch das Sieb gepresst wird, mitbringen :)