2014/07/16

[über den Tellerand schauen] - Bisonsteak und Farnsuppe

Aussicht auf die "Zitronenpresse" am späten Sommerabend aus dem Ontario
Neulich da war Jahrestag und den haben wir dieses Jahr im kanadischen Restaurant gefeiert. Da muss man Zeit und Platz im Magen einplanen und evtl. vorher nochmals zu Bank gehen. Aber man gönnt sich ja sonst nichts.

Kanadisch mag jetzt der geneigte Leser fragen, was ist denn typisch kanadisch? 
So dachten wir auch das erste Mal, hauptsächlich machen wir so etwas (wie auch mongolisch essen), um Mal komplett über den deutsch/italienisch/chinesisch/indisch/amerikanisch-en - also (für uns) typischen - Tellerrand zu schauen.
Denn was weiss ich denn schon über kanadisches Essen. Skeptisch wie ich bin, gehe ich mal davon aus, dass im "Ontario" in Dresden es auch nur pseudokanadisches Essen gibt. Aber was soll's?

Das Restaurant befindet sich direkt neben der Frauenkirche, hat einen grosszügigen Aussenbereich und zwei Etagen: Die Obere ist eher so romantisch und heimelig, manchmal mit Glaskamin und zumindest freitags zumindest mit Livemusik vom Klavier, das aber manchmal auch Gitarre und/oder wahlweise Saxophon ist: die untere Etage mutet etwas "loungig"er an. Bisher speisten wir nur in der oberen Etage.

Bevor wir diesmal einen Fenstertisch (zugewiesen) bekamen,warteten wir an der Bar und erhielten (nach aktiver nachfrage des Barmannes) einen leckeren Cocktail mit Eiswein und Johannisbeersaft kredenzt. Der war schon sehr lecker, als ich aber auf der Rechnung erfuhr, dass dieser bei 0.1l ganze 6 EUR kostete, war ich etwas geschockt; denn SOOO gut war der Beileibe nicht, da hätt' ich doch lieber gleich einen leckeres Gläschen Wein gehabt.

Naja. Okay.

Farnsuppe „Beeftea“ - Rinderbrühe mit Farnspitzen, Pastinaken und Ahornsirup & kanadischem Fladenbrot
Entsprechend unserer Erfahrung am Valentinstag vor ein paar Jahren genossen wir auch eine Vorspeise - eine Farnsuppe „Beeftea“. Ja Farn. Besser Farnspitzen. Also diese geringelten Blätter, die jung aus einer Farnpflanze spriessen. Leider kann ich jetzt nicht sagen, was für eine Sorte Farn. Ich wusste ja nicht mal, das man Farn überhaupt essen kann.

Der kam in so einem Weckgläschen, bei dem man nur äusserst schwer die Suppe auslöffeln konnte.
Naja, wenn es denn der Optik gut tut.

Leider kann ich eher gar nicht bis nur schwer beschreiben, nach was Farn schmeckt,lecker war sie aber in jedem Fall. Hauptsächlich anders, aber es fühlt sich sehr lustig an, wenn sich die Farnspitze auf der Zunge entrollt.



Und weil mir so martialisch war, entschied ich mich dann für ein Bisonsteak (ganze 180g) für - ohne Beilagen - über 20EUR. Naja. Bison isst man ja auch eher selten. Mit leckeren (gepufften?) gebackenen Kartoffelchips (dass muss ich unbedingt googeln, wie man die so macht) und wirklichen tollem Ofengemüse, ganz leicht karamelisiert.  Bison schmeckt wie Rind, nur wie doppelt so viel Rind in halb soviel Fleisch. Extrem aromatisch, und ziemlich lecker. War leider sehr sehr gut und ich befürchte, dass war nicht mein letztes Bison.
Bisonsteack -
mit leckeren (gepufften?) gebackenen Kartoffelchips und Ofen/Grillgemüse
Der Herr hat netterweise eine kanadische Rinder Poutine gewählt, ein Gericht das als Pfannengericht kommt und somit auf Beilagen verzichten kann. Ich musste dann auch erstmal Poutine googeln, und erfuhr, dass diese eine aus dem französisch sprechendem Quebec stammende Fast-Food Spezialität ist, bei der Pommes mit Käse und Bratensoße übergossen werden. Hier gab es auch noch Rindsstreifen und mit Ingwer verfeinertes Pfannengemüse dazu. An labbrige Pommes mit Bratensauce muss man sich aber auch erstmal gewöhnen. Google merkte dazu an, dass die Kartoffeln eher gröber geschnitten als normale Pommes frites und manchmal doppelt frittiert sind, so dass die Außenseite knusprig ist während das Innere weich bleibt. Das kommt scheinbar auf die Genussdauer an und vielleicht ist das auch Kochabhängig. Naja.

kanadische Rinder Poutine - 
eine a
us dem französisch sprechendem Quebec stammende Fast-Food Spezialität

Am Ende bestellten wir uns noch eine weisse Schokoladen Creme Brulee, die ich in jedem Fall nachmachen werde. Weil nur mit Schokolade kann Creme Brulee noch besser werden.

Das war dann also ein reichlich teuerer, aber kulinarisch sehr interessanter Abend. Also mal öfter auf den (pseudo-)kanadischen Tellerrand schauen. Dort gibt es nicht nur Ahornsirup. Auch wenn Ahornsirup schon ziemlich genial ist.

Kommentare:

Aki hat gesagt…

Ich wusste gar nicht, dass es in Dresden ein kanadisches Restaurant gibt. o_o
Klingt aber sehr spannend, was ihr da probiert habt; du weißt nicht zufällig aus dem Stehgreif, ob die Karte auch was für die Nicht-Fleischesser hergibt? ;)

momo hat gesagt…

Soweit ich mich erinnere gab es eine grosszügige Salatkarte und auch eine vegetarische Hauptspeisensektion.
Aber sie haben ja ihre Karte auch online:
Speisekarte Ontario Dresden

momo hat gesagt…

PS: ich kann sehr das kanadische Wasser empfehlen...