2014/07/11

Montagsfrage XLVIII: Gibt es ein Buch, das ihr untrennbar mit einer bestimmten Person verbindet?

ja, heute ist nicht Montag, aber ich habe mal ein paar Minuten zwischendurch und dachte, ich setze mich mal wieder an die Montagsfrage. Auch am Ende der Woche. 
Montagsfrage via Libromanie


XLVIII: Gibt es ein Buch, das ihr untrennbar mit einer bestimmten Person verbindet?


Ja. viele sogar. Viele, viele Menschen haben mich in meinem Lesen beeinflusst und jedes Mal, denke ich an die Person, wenn ich in das Genre oder das Buch eintauche.

Mein Vater gab mir "Die unendliche Geschichte" und hat damit wohl einen echten Grundstein gelegt. Die ganze Idee und Philosophie hinter der Geschichte hat sich tief in meinen Herzen verankert und macht Lesen für mich zu einer Aufgabe, mit dem inneren Drang Welten auferstehen zu lassen und ein Teil dieser zu werden: Der Wunsch gelesene Welten weiterzudenken, mich in sie zu träumen und Buchhelden Teil meines Lebens werden zu lassen.
Und auch wenn er hin und wieder ziemlich falsch lag, ist mein Paps nach wie vor derjenige, der mir oft unerwartete Perlen schenkt und mich so neu in meinem Lesen beeinflusst.

Mit etwa 11 oder 12 entdeckte ich die Karl May Romane im Buchschrank meines Opas. Mit Leder und tollen Einband, alter Schrift und ganz speziellem alten Duft. Schnell hatten mich die Abenteuerromane um Old Shatterhand und Winnetou in ihren Bann und mit 12 gab ich grossen Teil meines gesparten Geldes für eine Gesamtausgabe Karl Mays in alter Schrift und altem Deutsch in 33 Bänden aus. Damit war mein Leseinput für mind ein halbes Jahr gesichert - plus natürlich die Bibliothek. Bis heute ein grosser Input, auch wenn ich aus Abenteuerromanen herausgewachsen bin.

Auch über die Familie, da war ein Onkel und meine Mutter federführend - kam Joseph Heller und Jostein Gaarder, die mich früh (13-14 Jahre) an Philosophie und Sarkasmus heranführten und damit schnell mein Herz gewannen. Joseph Hellers "catch 22" war dann auch der erste Roman, den ich mir (nachdem ich ihn deutsch fast auswendig kannte) englisch besorgte und freiwillig las.



Das hat dann ziemlich schnell mein Lesen in Richtung englische Sprache beeinflusst. Am Ende war aber mein Aupair Jahr, dass, was mich mit Harry Potter wieder vermehrt auf die Fantasyschiene geschoben hat. Und ich habe mich stark gegen Harry Potter gewehrt. Als ich 2000 anfing, gab es im Englischen schon 4 Bände und mein Nordlicht, die in der gleichen Gegend AuPair war und bei derer Familie ich oft Wochenende verbrachte, hat mir das in die Hand gedrückt und gemeint "Vertrau mir, lies das.". Schlechteste Bedingungen also. Innerhalb 11 Tage war ich durch alle 4 Bände durch, war ziemlich verschlafen und Fantasy - vor allem urban fantasy - hatte mich wieder.

Meine kleine Schwester hat mir dann "Twilight" in die Hand gedrückt. Nach gut 100 Seiten gab ich auf, sie rollte nur die Augen und drückte mir die englische Version in die Hand. Damit begann für mich auch fanfiction und damit auch wieder meine momentaner Hang zu "Independent Autoren". Auch wenn sie nur der Anfang der Reise war, denke ich oft an sie, wenn ich mal wieder eine Independent Perle oder eine super fanfiction-story finde.

 Also JA - Bücher und Menschen, die sie mir empfahlen oder schenkten oder ...  - das ist sehr eng verknüpft. Aber ich finde auch schon immer, das Buchschenken etwas sehr persönliches sein kann. Etwas das sich erst wirklich entblättert, wenn ich das Buch lese. Oft schreibe ich der Person und lasse sie an meinem Leseerlebnis zwischendrin teilnehmen.

SEHR, SEHR gute Frage also. Auch wenn ich weiss, dass nicht jede Leseratte solche Verknüpfungen macht. Und das ist auch nicht schlimm. Oft vielleicht sogar ein Vorteil, denn ich addiere sozusagen noch Erwartungen (verknüpft an den Schenker/Empfehler) zu einen Buch, dass dieses evtl. gar nicht gerecht werden kann.

1 Kommentar:

Michael Petrikowski hat gesagt…

Als ich in den 70er Jahren „Ein Kleid von Dior“ gelesen habe, war ich der festen Überzeugung, dass in einer Verfilmung nur Inge Meysel die Hauptrolle spielen könnte. Die Rolle der Protagonistin Mrs. Harris war ihr „wie auf den Leib geschrieben“. Im Jahr 1982 wurde der Roman dann tatsächlich mit Inge Meysel in der Hauptrolle verfilmt.