2014/05/11

ESC 2014 Kopenhagen - musikalische Vielfalt und politische Aussage

Da ist er nun vorbei der Eurovison Song Contest 2014 aus Kopenhagen und wie jedes Jahr ein kleiner Recap - nur dieses Jähr ohne individuelle Songbeurteilung.
Da war die extrem untergewichtige Moderatorin, die mit einem überbreiten Tüllirgendwas das wohl versuchte auszugleichen. Überhaupt stand ich etwas auf den Schlauch, was den dänischen Humor und die Nachshow (also vor dem Voting) anging. Naja. Ich bin mir nicht sicher ob ich denn nun zu Jung oder zu Alt bin, vielleicht aber auch einfach nicht besoffen genug.

Wirklich gut gefallen hingegen, hat mir die Flaggenidee, bei dem die Teilnehmer aus den Ländern - sicher komplett in Eigeninitiative (kleiner Sarkasmus meinerseits) ihre Flaggen photographisch festgehalten wurden. Da war einiges Gutes dabei.
Ich hoffe, dass man den lehrreichen Teil der polnischen Show nicht zu ernst nehmen, denn in der Geschwindigkeit wird so nie Butter draus. In den USA hätte man wohl einen schwarzen Balken nutzen müssen. 

Traurig war auch, dass ein Großteil der Special Effects gefaked waren, so war die Wippe der Russen leider so gar nicht Gewicht gesteuert, Flöten und andere Instrumente spielten weiter, auch ohne Benutzung der Perfomer...  
Auch das diesjährige Haupthema hab ich gefunden, fast alle Sänger waren tätowiert, die meisten auf den (Unter-)Arm. Die Subthemen "Artisten" und "merkwürdige Hintergrundtanzperformances" hingegen waren sehr ESC -typisch. Naja, da hat der geneigte Zuschauer wenigstens 'was zum lästern.


Wie jedes Jahr habe ich eine ganz eigene Sicht auf die musikalische Darbietungen, die nie dem europäischen Mainstream entsprechen. So mochte ich die Schweiz und Frankreich besonders, auch die Isländer fand ich ganz witzig; aber ich mag eben oft die, die den SongContest eher von der nicht ganz so ernsten Seiten sehen. Auch wenn er in Deutschland mittlerweile (wieder)!relativ ernst genommen wird. 

Am Ende stehen politische Wahrheiten - Europa ist im 21.Jahrhundert angekommen: Wenn ein Conchita Wurst im Kleid mit Bart gewinnen kann und 12 Punkte aus dem katholischen Irland, dem freiheitlich denkenden Niederlanden aber auch Ländern wie Ungarn und anderen osteuropäischen Staaten abstauben kann, in denen Schwulsein zum Teil noch unter Strafe steht, abstauben kann. 
Und nicht ganz ungesagt sollte bleiben, das sich die Ukraine sich vor Russland platziert hat und dabei nicht nur Punkte aus dem westlichen Europa mitnahm, sondern auch oft bei den baltischen Nachbarn vor den russischen Punkten absahnte.

Überhaupt war das Voting dieses Jahr sehr viel weniger von nachbarlichen Gedanken geprägt, was uns im Falle des deutschen Beitrags auch sehr weit hinten platzierte, aber auch Raum für musikalische Entscheidungen ließ. 

Ob Conchitas Gewinn nun dem freiheitlichem politischen Statement zuzuordnen ist oder doch musikalisch unterstützt war, sei mal dahingestellt. 

Ich für meinen Teil bin ein bisschen Stolz auf die Aussage, die Europa gegenüber dem Rest der Welt damit tätigte, auch wenn ich hoffe das Damenbart jetzt vielleicht nicht mehr so geächtet wird, trotzdem aber bitte nicht modischer Trend wird.

Bis zum nächsten Jahr in Österreich dann also. 

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