2014/05/22

besser spät als nie

Ich bin aus meiner Comfort-Zone raus und habe etwas gemacht, dass ich mir träumen hätte lassen, dass ich es mal machen würde.
Ich bin schon Bungee gesprungen, ich habe ein Tattoo, ich bin 4 Wochen quer durch die USA getrackt... Aber ich war schon immer eine Sportniete und jetzt über 30 habe ich mich bei einem 5km Lauf - noch mal in langsam, dass sind 5000m in rennender Form - angemeldet. Zusammen mit meinen Kollegen, die mich mehr als nett überredet haben.

Das ganze Unternehmen hat den Geldbeutel massiv geschröpft, hat aber auch einen allgemeinen Umschwung in meinen Leben bewirkt. Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines professionellen Crosstrainers, der mich mindestens alle 2 Tage fordert. Von 20 Minuten bis 45, variiere ich mein Training. Und am Wochenende versuche ich in der Heide, Dresdens Naherholungswaldgebiet zwar ganz alleine zu joggen aber dabei auch nicht verloren zu gehen. Beide Sachen sind nicht immer einfach.

Ich habe professionelle Rennkleidung (diese furchtbar engen Jogginghosen, T-Shirt, Longshirt, Unterwäsche), wenn auch mein Rennstil alles andere als professionell ist. Und meine wirklich unterstützende, bessere Hälfte hat mir wohl jedes technische Gadget besorgt, was es zum Thema nur gibt: Pulsmesser, der mit meinem iPhone und meiner Lieblings-Run-App funktioniert, extra Joggingkopfhörer, Schnell-Schnürsenkel-Schuhbinder, extra Pulsmesser für den Crosstrainer und App zum festhalten der Ergebnisse. Ich habe ein MixDingens für isotonische Getränke danach. Ehrlich was das angeht kann ich mich nicht beschweren.
Am Ende kann man wohl ohne Lügen behaupten, dass da weit mehr als tausend Euro geflossen, wer hat noch mal gesagt, rennen wär' so ein günstiger Sport?
Meine erste Medaillie, wenn's um's Rennen geht... 
Gestern also habe ich mich mitten in Dresden inmitten 11.000 anderer auf die Strasse gewagt und bin - naja nicht gescheitert - denn ich habe beendet,
aber eben auch gemerkt, dass man in 3 Monaten Training eben keine Wunder bewirken kann. Ich bin im letzten Prozent aller Frauen angekommen, und das ich weiss, wie viele Frauen am Ende mitgerannt sind, beweisst, dass da noch sehr viel LUFT nach oben ist.
Meine (Luft) hingegen war gestern, dank strahlendem Sonnenschein, eher weniger ausgeprägt gut in meinen Lungen zu finden. Es fühlte sich - dank der Pollenbelastung - eher an als würde ich Gelee oder  so atmen... Meine Lunge klebte praktisch zu. Naja. Also ran ich, lief, ran, lief und am Ende lief ich mehr, als ich rannte, und dann ging es am Ende auch noch in einen Park voller blühender Bäume. Ein Traum für Allergiker.

Was habe ich gelernt? Ich werde weitermachen und hoffe, im Laufe des nächstens Jahres irgendwann die 5km nur rennend zu meistern und wenn's geht unter 35Min (und ganz heimlich hoffe ich auf unter 30 Min), alles andere erscheint mir sehr utopisch.

Ich möchte mir selbst beweisen, dass der Crosstrainer eine sehr gute Investition war, denn er bringt mich zu regelmässiger Bewegung, und ich bin - per se - ein absoluter Fitnesscenter-Gegner. Ich mach meinen Sport lieber einsam und ohne Zuschauer. Ausserdem habe ich gestern wieder gemerkt, dass ich im Sportsektor keinerlei ehrgeizige Ader habe, was eben auch darin resultiert, dass solchen Massenveranstaltungen mich eher negativ motivieren.

Vergessen wir aber nicht das Positive in gestriger Erfahrung: Ich bin ins Ziel gekommen, ich habe nicht aufgegeben, und die ganze Geschichte hatte ein äusserst positiven Effekt in meinem Leben. Aus der Sicht also voller Erfolg. Und eine "Mitmachmedaillie" gab's auch.

1 Kommentar:

Damaris hat gesagt…

Hey Momo,
wir haben einen Crosstrainer zu Hause, einen sehr guten sogar. Doch mein innerer Schweinehund hält mich immer ab, da drauf zu gehen. Mit dem Joggen wollte ich auch anfangen, denn auch mir täte etwas Kondition gut. Schön, dass du nicht aufgegeben hast. Tolle Leistung!
LG,
Damaris