2014/02/27

Montagsfrage XXXXII: Hat dir ein Buch schon mal solche Angst gemacht, dass Du es abgebrochen hast?

Ui, war schon wieder montags? Irgendwie hab ich die letzte Woche seit Mittwoch nur im Bett gelegen und versucht Luft zu kriegen, letzteres nur mit wie Mühe und sehr viel Röcheln. Grippezeit, was ne Freude. Und diese Woche plage ich mich mit Husten, Schnupfen und allgemeinen Erschöpfung, und war irgendwie nicht wirklich in Stimmung für die Montagsfrage. Aber es ist meine Nummer 42, schliesslich die Antwort auf die Frage aller Fragen, und von daher sollte ich nicht aussetzen. Also wenn auch spät, aber besser als nie, nicht wahr?
Montagsfrage via Libromanie

Hat dir ein Buch schon mal solche Angst gemacht, dass Du es abgebrochen hast?

Aber ja, und ich glaube, dass habe ich hier auch schonmal in einem 31 Tage- 31 Bücher, oder anderem Stöckchen erwähnt.

Normalerweise weiss ich, dass ich relativ zart besaitet bin. Meine Phantasie ist einfach zu gross, ich kann mir vieles sehr plastisch vorstellen - besser als das jeder Film könnte - und das verfolgt mich dann auch oft in träumen. Jurassic Park habe ich nur überwunden, in dem ich meinen Kopf dazu brachte die Dinos in Drachen umzuwandeln. Ein Schachzug, den ich früh lernte, meine Phantasie im wachen Zustand - naja der Moment dem kurz vor dem Einschlafen und dem kurz vorm Aufwachen - zu lenken. So kann man übrigens auch Träume lenken und sozusagen Fortsetzungen träumen, empfehle ich jeden mit Schlafproblemen. Ich überliste mich und meine grafische und manchmal überraschend grauenhafte Phantasie also in dem ich Figuren und Story zu angenehmeren Geschöpfen und Handlungen umwandle. Drachen können furchteinflössend sein, aber in jedem meiner Drachenuniversen kommt ein Fuchur vor. Problem solved.

Schwierig wird's bei Thrillern ohne jegliche Fantasy Elemente. Ein Grund, weshalb ich heute dem Genre fernbleibe. In meiner Jugendzeit erbte ich unter anderem mal die Steven King Sammlung meines Onkels, der auswanderte. Die ersten Bücher habe ich noch gelesen, und mich dabei erwachsen gefühlt. Bis ich dann sein Alter Ego "Richard Bachmann" kennenlernte. Seitdem - und der Mann vergebe mir - bin ich leider überzeugt, dass der Herr dringend in psychologische Überwachung gehört. Solche Ideen zu haben, naja in meiner doch reichlich fantasievollen Welt, sind zumindest für meine Seele so abschreckend und abnorm, dass ich dem Herrn lieber nie begegnen möchte. Seine Bücher sind für mich durchdrungen mit furchtbar grellem und grauenhaften Lila. Seine Bücher machen mir körperlich Angst, falls das jemand nachempfinden kann.



Aber auch wahre Klassiker und Bücher, die ich durchaus gut fand, können das. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist "Das Parfüm", dass ich nur in hellem Sonnenschein und mit einem für mich beruhigenden maigrünen Lesezeichen ertragen konnte. Vor allem die mir doch sehr nahe Darstellung, wie Gerüche die Hauptfigur lenken konnten, wie er sie schmecken und fühlen konnte. Ja, vielleicht zu nah. Und ganz dicht war Jean-Baptiste Grenouille ja nun wirklich nicht.

Ja, und ihr dürft mich jetzt für vollkommen durchgedreht halten. Ich habe nie gesagt, mein Kopf macht Sinn. Immerhin fühlt er Farben, und wie ihr ja schon wisst, sehe ich auch Buchfiguren und deren Namen in Farbnuancen.

Und dann gibt es die Bücher, die ich einfach psychologisch nicht schaffe. Sei es weil sie zu nah an meinem Leben dran sind und evtl. Probleme aufwühlen, die ich selbst wohl noch nicht gut genug verarbeitet kriege. So sehr ich "The Fault in Our Stars" von John Green liebe, es hat mich doch massiv gezwungen mich mit der Krebskrankheit meines Opas im Nachhinein auseinanderzusetzen. Das war vielleicht gut und evtl. auch genau zu richtigen Zeit, aber es hat mich herausgefordert.

Ganz schlimm war auch "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis, das ich unbedingt haben wollte, das mich wirklich an meine Grenzen gebracht hat. Und den ich nur zu Ende gelesen habe, weil hier nicht nur meine Phantasie vielleicht viel Schlimmeres ersonnen hätte. Ein Ende hat eben auch sein Gutes. Es hat mich gelehrt, mich von solchen Büchern fern zuhalten. Selbstschutz und so. Apropos, wenn das jemand haben will. ich tausche gern. Eigentlich will ich es gar nicht im Haus haben.

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