2014/01/09

"trapped in Space and frozen in time" - Science Fiction meets Dystopie meets young adult

Rezension: Beth Revis - "Across the Universe - (Godspeed I)"  [engl - eBook]


Ich liebe ja eine gute Dystopie, noch mehr liebe ich Young Adult (eine Liebe, die ich erst spät entdeckt habe) und dann habe ich ja so ein grossen geekigen Spot in meinem Herzen für Science Fiction Literatur. Deswegen hat es überraschend lange gedauert, bis ich mir endlich den Anfang "Godspeed" Triologie geholt habe. Über den Jahreswechsel und die Neujahrtage habe ich dann allerdings mich zu der Reise durch das Universum aufgemacht.

Worum geht's?
Eine fremde Welt besiedeln scheint der einzige Ausweg für unser Welt - Sol-Earth oder Sonnenerde. Eine Welt die leider 300 Lichtjahre entfernt ist und die erste Population per Kryotechnik eingefroren werden muss, um mit der Godspeed, ein Raumschiff, das mit minimaler Besatzung diese Generationenübergreifende Reise antritt. Doch gleich zu Beginn wird 17 jährige Amy vor diese riesige, übermenschliche Entscheidung gestellt: Will sie das wirklich? Ihre Eltern sind "priorisiert" weil von essentieller Bedeutung für eine Neubesiedlung eines neuen Planeten, sie hingegen nur Cargo. Zusätzliches Gepäck.  

Amy ist der normale Erd-Teenager, mit dem Sorgen einer 17 Jährigen, bevor sie entschliesst, diese Reise zu wagen und sich einfrieren zu lassen. 300 Jahre in  einer kleinen Kryokammer dem Träumen und Schlafen überlassen. Denn leider muss sie feststellen, dass man gefangen im Kryo-Eis leider mehr erfährt, als einem lieb ist.
Elder hingegen ist Teil der Generation, die das Schiff zum Planeten bringen sollen. Er ist Teil einer gleichen Ethnik und der Versuch über Gleichheit (im Sinne von fehlender Verschiedenheit) Einigkeit zu erzwingen, Ausreisser werden mittels Hormone und Pillen  ruhig gestellt, und je einer der Generation ist als "Eldest" Anführer des Ganzen. Elder ist der jüngste "Trainie", der den Eldest ablösen soll. 
Als Amy auf mysteriöse Weise vorher "erwacht" und als Andersartige nicht nur Aufmerksamkeit auf sich zieht, sondern auch das Schiffsgleichgewicht mächtig erschüttert und Fragen stellt, kommt auch Elder auf die Idee Antworten auf seine Fragen zu fordern. Wie funktioniert was und wie, aber jetzt vor allem auch warum? Er beginnt die Ordnung zu hinterfragen und wie könnte das anders sein, ist das nicht unbedingt im Sinne von "Eldest". Als dann noch mehr Unfälle mit den eingefrorene Wissenschaftlern passieren, entwickelt sich eine Art Katz um Mausspiel, um die wirkliche Wahrheit auf Godspeed.

Warum?

Die Kapitel werden abwechselnd aus Amy's und Elder's Sicht beschrieben. Während schon schnell klar wird, wie bedrückend das "Eingeschlossen-sein" muss, hat Elder eher mit sich zu kämpfen.

Trotz seiner Funktion als Eldest der nächsten Generation, hat er ein Jahr im Ward, der sogenannten "Verrücktenkammer" im Krankenhaus des Schiffs verbracht und seine Studien und Ausbildung zum "Eldest" vernachlässigt. Nichtsdestotrotz wird schnell klar, das Elder anders, rebellischer ist, und im Chaos und Anders sein, Schönheit findet.
Beth Revis gelingt es durch ihren Schreibstil die Charaktere gut zusammenwirken zu lassen, obwohl gerade zu Anfang vieles im Nebel bleibt.

Sie bleibt ihrer Hauptgeschichte, mit einigen allerdings eher simplen, eindimensionalen Strängen treu und überlässt es ihren Figuren und ihren (scheinbaren) Makeln die Tiefe hineinzubringen. Das verlangt einiges an Denken im Leser um der Geschichte, dass zu geben, was sie verdient und nicht in Mittelmässigkeit zu versinken.
Hat man genug Fantasy um diese inhaltlichen Lücken zu füllen, ergibt sich mit "Across The Universe" eine stimmungsvoller Auftakt der dystopischen Science Fiction Triologie, gibt man aufgrund der eindimensionalen Erzählstränge, zum Beispiel der leider sehr vorhersehbare kriminalistische Aspekt, und häufigen, leider viel zu kurz gehaltenen  Hintergrundinformationen auf. Kurze Spannungskurven verpuffen schnell, bis es am Ende zum ShowDown kommt, der leider auch Komplexität vermissen lässt.

Zitate

“(D)reams are like that: they go in and out of memories and scenes, but they're never real. They're never real, and I hate them because they aren't.” 

Power isn’t control at all — power is strength, and giving that strength to others. A leader isn’t someone who forces others to make him stronger; a leader is someone willing to give his strength to others that they may have the strength to stand on their own.” 

“And I look at Harley, and the billions of stars are in his eyes, and he's drinking them up, pouring them into his soul.” 


Fazit
Der erste Teil der "Godspeed" ist beileibe kein Kinderbuch, handelt es doch vielmehr von den elementaren Fragen über das Leben: Was macht das Leben lebenswert? Was ist Macht und wie wird sie missbraucht? Wie funktioniert Demokratie, vor allen in der Gleichheit , die doch keine ist? Was  ist Dikatur und Sklaverei, und wie erkennt man sie, wenn man sein Leben lang mit nichts anderem konfrontiert ist?
Damit ist Godspeed mehr als ein Science Fiction Abenteuer und mehr als eine Young-Adult Liebesgeschichte, die leider ein bisschen ihr Potential verpuffen lässt. Die Grundidee hätte Potential für ein wirklich grosses Epos, bleibt aber in einer nicht wirklich gut verpackten Krimistory im Dystopie-Umgebung stecken und überlässt die philosophischen Fragen weitestgehend den interessierten Leser. Leichtes Anklingen lässt einen dann oft etwas hoffen, das dann aber zu oft nicht erfüllt wird.
Dennoch ist es gut genug geschrieben, mit durchaus guter Charakterzusammenstellung, dass ich mir den 2. Teil auch zu Gemüte führen werde.


Fazit: 4 von 6 Sternen
aufgeschlüsselt:
Story: 4 / 6
Sprache: 4 / 6 
Charaktere: 4 / 6
Spannung: 3 / 6
fikt.Welt: 5 / 6 



    Beth Revis - "Across the Universe" - Godspeed -Triology Part One:  - Penguing - 3. März 2011 - [englisch] - ISBN-10: 0141333669 - ISBN-13: 978-0141333663 (416 Seiten) - ASIN: B004NNULKY

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