2013/12/09

[Adventskalender 2013 - 9] - Die Sache mit dem Nussknacker

Mit vielen internationalen Kollegen und Dresden als inoffizielle Weihnachtsstadt in Deutschland kommt schon die ein oder andere Frage bezüglich unserer Weihnachtsbräuche. Die meisten sind mit Allgemeinwissen und natürlich aufgrund des Aufwachsens mit den Traditionen relativ einfach zu benatworten. Letzte Woche wurde dann nach dem Nussknacker gefragt. Ehrlich gesagt, stellte ich nach einigen Erklärunsgansätzen fest, dass ich keine wirkliche Ahnung habe.
Also habe ich mich am Wochenende mal mit der Herkunft beschäftigt.

Das das sächsische Erzgebirge mit geschnitzten Holzfiguren praktisch eine Tradition der ganz eigenen Art "aufgemacht" hat. 
Und das kam so: Der Zimmermann Gotthelf (SEHR traditioneller deutscher Name) Fr. Füchtner hatte in der dunklen Jahreszeit eher weniger Aufträge und machte aus der Not eine Tugend uns schnitzte Figuren aus Fichtenholz, die er schon damals - anno 1800 - auf dem Dresdner Striezelmarkt verkaufte. Dies war ein voller Erfolg und sein Engel, der Wilhelm Friedrich - war ein echtes Schnitztalent und gab so dem Nussknacker sein noch heute bekanntes Antlitz, das in Gestalt und Aufmachung ein wenig an die Uniformen der Soldaten bzw. auch des Königs erinnert. Sein klassisches  Erscheinungsbild heute hat sich also seit 1880 kaum verändert:
Der Nussknacker in unserem Haushalt... ein Erbstück, wenn ich nur wüsste
von wem....
Eine klar und schlicht gedrechselte Grundform mit angeklebten Armen und Beinen plus Nase geben dem Nussknacker die altbekannte Form. Der "bärtige" Mund ist mit einem Hebel auf der Rückseite der Figur zu öffnen, angeklebte Haare/Fell geben dem ganzen detaillierten Stil und wichtig sind die reich mit Ornamenten verzierte Bekleidung. Der Hut nicht zu vergessen. 


Das heutzutage viele Nussknacker eher in die russische Richtung geht, hat der Mann tatsächlich dem berühmten Ballet von Tschaikowksi zu verdanken, das wiederum auf dem Kunstmärchen von E.T.A. Hoffman beruht.
Der Herr hat also auch stiltechnisch eine weiter Reise hinter sich.

Dem folgten viele andere Zimmermänner und Handwerker aus Seiffen, und auch heute gibt es hier allein fast 100 Handwerksbetriebe, die die Tradition der sächsischen Handwerkskunst pflegen und aufleben lassen. Aber nicht nur Seiffen ist im Erzgebirge heute als Weihnachtssort bekannt, auch andere Ort wie Scheibenberg, Geyer, Aue und Zschobau fertigen und produzieren mittlerweile das ganze Jahr über Weihnachtsdekoration.

Dabei kann man mit den meisten Nussknackern eher schlecht als recht Nüsse knacken, "anknacken" schon eher. Er ist und bleibt eine Dekorationsfigur mit etwas Funktion. Aber ehrlich so einen  hübschen Gesellen, will man ja gar nicht mit "Arbeit" verunstalten.

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