2013/12/02

[Adventskalender 2013 - 2] - Adventskalender, eine erstaunlich deutsche Tradition

Ich wusste ja früher gar nicht, wie deutsch ein Adventskalender ist. Erst durch mein AuPair Jahr ist mir das bewusst geworden, zu Anfang, dachte ich noch es liegt an meiner jüdischen Gastfamilie, dass man dort die Tradition nicht kennt, ist ja klar.  Aber nein, das komplette Konstrukt ist deutsch. Amerikaner kommen gerade Schokotechnisch auf den Geschmack. Individuelle Adventskalender scheinen nach wie vor jedoch eine recht deutsche Sache zu sein,
Als ich dieses Jahr diese Tradition mal wieder verschenkte, nämlich als Geburtstagsgeschenk an meine indische Freundin Maitrey, bin ich dem etwas genauer auf den Grund gegangen. 

Teil des Adventskalender für den Helden, der sich gewünscht hat, das seiner
an den Knöpfen unserer Schlafzimmerkommoden hängt... 
Frührer ging dieser gar nicht jedes Jahr 24 Tage, denn früher begann der Adventskalender am 1. Advent. Also konnte der 22-28 Türchen haben. Die Adventszeit hat in der lutherischen Kirche noch mal extra Bedeutung bekommen. Hier ist das Zählen bis zum Weihnachtsabend - und das Besinnen darauf - das A und O. Er solle, ähnlich wie der Adventskranz ja auch, uns die Wartezeit bis Weihnachten verkürzen. Zu Anbeginn war er auch eine Art Zählhilfe oder schlicht ein Zeitmesser. 
 Uns ist wahrscheinlich der religiöse Ursprung bewusst, aber wusstet ihr, dass früher vor allem sakuläre Bilder beinhaltet waren. Manche Kirchen machten es auch umgekehrt, und hingen jeden Tag ein weiteres Bild auf. Bei uns hingegen "schrumpft" der Kalender ja jeden Tag ein bisschen. 

Das die Adventsmesse in der Kirche pro Advent zu einen bestimmten Thema gehalten wird, ist auch mir als "unchristlicher" Mensch bekannt. 
Der erste selbstgebastelte Adventskalender stammt (vermutlich) aus 1851 und seine erste Formen kamen aus dem protestantischem Umfeld, wie die aufgehängten Bilder. Manchmal hat man 24 Strohhlame in die Krippe gelegt etc. Bei dem Lieblingsbuch meines Helden "Buddenbrooks" von Thomas Mann ist es ein schlichter Abreisskalender. 


In anderen Kulturen - wie Dänemark, haben sich Adventskerzen eingebürgert, wo man jeden tag ein bestimmtes Stück abbrennt. 
In kleineren Städten in Sachsen, vor allem in Erzgebirge, muss das Rathaus als übergroßer Adventskalender herhalten. Hier wir jeden tag ein Fenster geöffnet und es wird etwas verlost oder ein kleiner Event findet statt: Ein Chor singt ein Weihnachtslied, jemand trägt ein Gedicht vor. Es wird ein Märchen gelesen. Ähnliches ist ja oft auch Teil des Weihnachtsmarkt Programmes. Diese Art des lebendigen Adventskalender kommt aus dem österreichischen Raum. Hier treffen sich Gäste vor einem bestimmten Fenster einer Siedlung und trinken Punsch zusammen. 

Mein Adventskalender für den Helden beinhaltet immer sehr viel Schokolade. Sein erster bestand aus 24 Flaschen Bier, danach wünschte er sich bitte wieder Schokolade. Meistens fällt er grösser aus, da er die Türchen auf Arbeit nimmt und teilt. ich versuche immer Dekoration, mit spezieller Schokolade und ein bisschen was praktisches zu mischen. Wichtig ist mir, dass jedes Türchen anders ist, sowie inhaltlich und auch optisch. Mit gaaaanz viel Liebe gemacht. 

Adventskalender für meine indische Freundin Maitrey

Adventskalender für die Schwiegereltern - Teil 1
... und Teil 2 ... vor allem immer sehr liebevoll gestaltet,  für mich ist der eben
auch Weihnachtsdekoration.... 

Kommentare:

Ella hat gesagt…

Ich mag es lieber wenn "optisch" sich alle Türchen eher ähneln.So lässt sich deren Inhalt weniger gut erahnen, gell?:)
Es ist schön zu wissen dass es diese Tradition so lange gibt und hoffentlich weiterhin geben wird.
Allerdings war ich noch nie ein Freund von "Essen" / Süßkram im Kalender gewesen... Daher hat mir meine ma immer einen selbst gefüllt/gebastelt mitlauter Kleinigkeiten :)

momo hat gesagt…

Ja, ich finde die Vorfreude grösser, wenn jedes anders aussieht, wobei der Stil ja ähnlich ist. Es bleibt ja ein Kalender. Dabei versuche ich ein paar offensichtlich zu halten und ein paar sozusagen absichtlich anders zu verpacken, um falsche Fährten zu legen. Mein spanische rKollege, ich sollte die Päckchen auch einfach jeden Tag umhängen :)