2013/09/06

[ 21 | 31 - 3 ] - Welches Buch hat dich am meisten bewegt?

21. Tag von 31 Tage - 31 Bücher, zum dritten:  "Welches Buch hat dich am meisten bewegt?"

Okay, aufgrund einer arbeitsbedingten Pause, geht es weiter mit dem Stöckchen. Kalliope hat entsprechend weit aufgeholt und nun hinke ich hinterher, aber das macht ja nichts... Es geht ja um den Inhalt....

Auch wenn ich natürlich wieder mit der Frage hadere, gibt es doch viele Arten von bewegt sein.

Inhaltlich hat mich das etwas unbekanntere "Durch einen Spiegel in einem dunklen Wort" von Jostein Gaarder sehr bewegt. Ich habe es in der Weihnachtszeit gelesen, wo es auch spielt.
Hier geht es um ein junges krankes Mädchen, das Angst vorm Sterben hat. Plötzlich sitzt der Engel Ariel, schneeweiss und unantastbar auf der Fensterbank vor der weihnachtlich weissen Landschaft. Ariel möchte von Cecilie alles über das Leben der Menschen wissen, denn er kann sich sterbliche Geschöpfe nicht vorstellen. Im Gegenzug bringt er die noch sehr junge Cecilie dazu über den Kosmos und vor allem die Sinne, mit denen die Menschen die "Schöpfung" wahrnehmen, nachzudenken. Arie, sozusagen Cecilies "Begleitengel", nimmt ihr so die Angst, denn Cecilie wird gezwungen über ihre Existenz, ihr Leben in dieser Welt zu durchdenken und sozusagen den Spiegel dieser Welt zu durchdringen. Das Buch hat durch die kindliche Cecilie, sehr leichte Passagen, und dann wieder extrem tiefsinnige und philosophische, eben Jostein Gaarder "at its best". Wobei eben hier das ganze stark in eine Geschichte verwoben ist. Es geht auch die Unfertigkeit an sich, die Welt und sich zu erkennen.
Ein kleines Juwel, dass ich sehr schätze und in der dunklen Jahreszeit gerne immer mal wieder lese. Ich habe es in der zweiten Version des Stöckchens auch als traurigstes Buch bezeichnet, eins bei dem ich Rotz und Wasser geheult habe.

Ähnlich zu Herzen gegangen, ist mir John Greens fabelhafte und geniale "The Fault in our stars", wo es um Hazel geht. Die zufälligerweise Krebs hat. Aber Hazel möchte sich nicht als Krebskranke sehen, sondern als Mensch der zufälligerweise Krank ist, nur dass diese etwas endlichere Endlichkeit natürlich einen Schatten wirft, auf die Umwelt und auch auf sich, und sicher auch darauf, wie man die Welt so sieht... Auf jeden Fall ein Buch, dass zu Herzen geht und einen bewegt.

Auf ganz andere Art und Weisse hat mich "Catch 22" von Joseph Heller bewegt.

Andere (DDR Leser) kenne es auch untern dem "IKS-Haken" (sprich X-Haken). Es ist ein Antikriegsbuch, bei dem ungeschönt Kriegsgeschehen portraitiert wird. Aber ohne Gewalt und Grausamkeiten sondern durch das, was es den Soldaten antun. Die Schattengesellschaften die entstehen, die Ängste und Zwänge, die die Beteiligten unter diesen Voraussetzungen entwickeln... Die Absurdität der Situation als solche.
In den 7-/80ger Jahren war "Catch 22" beinahe ein Kult-buch, heute zu Unrecht vergessen. Auch wenn es im zweiten Weltkrieg im auf italienischen Boden in einer amerikanischen Fliegertruppe spielt. Es gilt nicht umsonst bis heute als bissig(st)e Kritik der amerikanischen Nachkriegsgesellschaft.

[Klappentext der 1994 Ausgabe]: "Catch 22, also Falle 22 oder Trick 22- das ist die ebenso irrsinnige wie ausweglose Dienstanweisung für das amerikanische Bombengeschwader, der zufolge Bomberpilot Yossarian nur dann von weiteren Einsätzen verschont bleibt, wenn er als verrückt anerkannt wird. Verrückt aber kann niemand sein, der sich weigern will, immer weitere großenteils sinnlose Einsätze zu fliegen. Also muss Yossarian ebenso wie seine Kameraden weiterfliegen, obwohl er sich die größte Mühe gibt, als verrückt zu erscheinen. Durch scheinbar absurdes Verhalten der militärischen Maschinerie ihre eigene Absurdität zu demonstrieren. Aber die Kriegsmaschinerie, gespeist aus persönlichem Ehrgeiz, Dummheit, Brutalität und Duckmäuserei, erkennt ihren eigenen Irrsinn nicht in dem Spiegel, den Yossarian - im Grunde der einzig Normale unter lauter Verrückten - vorhält."

Und hat Kalliope ganz besonders bewegt (auch wenn ich schon einen Verdacht habe)? 

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