2013/08/13

[ 6 | 31 - 3 ] - Ein Klassiker, der auch Deiner Meinung nach zu Recht ein Klassiker ist.

6. Tag von 31 Tage - 31 Bücher, zum dritten:  "Ein Klassiker, der auch Deiner Meinung nach zu Recht ein Klassiker ist."

Oh, oh. Wie ich gestern schon schrieb, ist da meine Liste lang. Weil eigentlich sind die meisten zu recht in dem Pott. 
Nennen wir stattdessen die Klassiker, die ich einfach gerne gelesen habe.
Ich liebe Oscar Wilde, und sein "The Importance of Being Ernest" ist nicht nur eine wahnsinnig tolle Reminiszenz an die Shakespeare Komödien (meist ja auf italienischen Boden spielend), die er in fabelhafter Manier im damaligen ländlichen England ansiedelt. Und hier kriege ich die Gesellschaftskritik auch zwischen den Zeilen mit. Denn der Humor in den Wortspielen fängt aufkeimende Langeweile einfach auf. Und ehrlich, wie kann man ein Stück aus der Zeit, in dem der Hauptfigur schlicht der Name ihres Mannes wichtig ist, nicht  amüsant finden. So ironisch auf die Spitze getrieben. Für mich jeder Jane Austen oder Bronte vorzuziehen. 


vorne Goethe hinten Shakespeare und
Oscar Wilde - ein Teil das Klassiker-
Regals
Und ich hatte immer viel Freude Goethe zu lesen (angblich teilt sich die Lesewelt ja in Schiller oder Goethe Leser auf, ich mochte beide). Ich hatte selten Freude daran, Goethe zu zerpflücken, aber egal wie man es dreht und wendet, sein "Faust" ist und bleibt gigantisch. Eventuell könnte man es auch als erste Dystophie bezeichnen? (Na ja gut, da kommt vllt. noch Dantes Inferno davor, das sich allerdings nur in Ausschnitten kenne) Und mich haben auch viele seine Gedichte berührt. Sein "Zauberlehrling" ist für mich das erste tolle Fantasy-Werk schlechthin.

Von den "neuen Klassikern" (an sich ein Oxymoron oder?) mochte ich tatsächlich "Homo Faber" von Max Frisch, wie gesagt Stefans Zweigs "Schachnovelle", Dürrenmatts "Physiker", aber auch die Abenteuer Romane Alexandre Dumas, dessen Schreibstil ich schlicht mag.  

Müsste ich einen Klassiker der sogenannten Postmoderne nennen, wäre ganz sicher Patrick Süsskinds "Das Parfüm" ganz vorne. Das schöne an vielen postmodernen Werken, sind die sogenannten Intertextualitäten (muss man nicht kennen das Wort), also das implizite oder explizite Bezug-Nehmen auf bereits bekannte, - naja immerhin vorhandene -, Texte. 
Wer hat bei der Hauptfigur Grenouille nicht ein bisschen an Quasimodo, den gehörlosen Glöckner von Notre Dame, an Cardillac (das Phantom der Oper), an die Jekyll&Hyde-Haftigkeit seiner Persönlichkeit gedacht. Immer vorausgesetzt man kennt diese Werke. 
Allerdings - so sehr ich das Leseerlebnis (bei mir sehr früh, ich glaube mir 13 Jahren) geliebt habe, hat es mir auch Angst gemacht. Etwas, das bei mir einem Reread (erneutem Lesen) immer im Wege steht. Buchwelten, die ich nicht mochte, sehen mich häufig nicht wieder. 
Gleich daneben würde ich Umberto Ecos "Im Name der Rose" nennen. Düster, dunkel und unheimlich ist es für mich eine Reminiszenz an frühe Abenteuerromane (z.Bsp. von Dumas und/oder Kriminalgeschichten ala Sherlock Holmes). 


Lieblingsbücher von Michael Ende. 
Ein Klassiker, den ich SO definiere - und der für mich definitiv weiterempfehlenswert ist, da er mein "Lesen" nicht nur inhaltlich, sondern zum Grossteil auch philosophisch bestimmt hat -, ist Michael Endes "Unendliche Geschichte". Kein anderes Werk hat mich bisher so nachhaltig beeinflusst, so viele andere Eindrücke bei jedem erneuten Lesen hinterlassen, so viel Lesespass und Lesefreude hinterlassen. Und kein anderes Werk hat meine Phantasie beflügelt, in dem es mich glauben liess, dass jedes Werk - jedes Buch durch meinen "Besuch" lebt und durch meine Gedanken, meine Träume, meine eigene Geschichte lebendiger und vielfältiger wird. 
Viele Autoren - darunter auch Jostein Gaarder (apropos,  natürlich würde ich auch "Sophies Welt" als Klassiker der Postmoderne sehen, und definitiv hier nennen) -, haben versucht die Aufgabe des Autors philosophisch in einem Buch zu betrachten, ihn zum Teil der Geschichte werden zu lassen. Die wenigstens sehen den Leser als Teil dieses Prozesses. Und ja, da kann man dann wohl sehr deutlich erkennen, dass die Unendliche Geschichte bei mir, das wohl am häufigsten gelesene Buch ist. Zu Recht, definitiv zu recht.  


Und was sind für Kalliope Klassiker, und vor allen Dingen zu Recht? 

1 Kommentar:

Kalliope hat gesagt…

Muss es einfach auch hier nochmal her schreiben: Ich stimme dir da bei jedem Buch einfach zu! Das sind für mich ebenfalls absolute Klassiker!