2013/08/12

[ 5 | 31 - 3 ] - Ein Klassiker, bei dem Du nicht verstehen kannst, dass es ein Klassiker ist.

5. Tag von 31 Tage - 31 Bücher, zum dritten:  "Ein Klassiker, bei dem Du nicht verstehen kannst, dass es ein Klassiker ist."

Oh weh, ich glaub' so etwas führt automatisch zu bösen Blut. Als erstes müsste man ja mal definieren, was einen Klassiker so ausmacht. Wenn man mal Wikipedia beiseite lässt, dass es aber - gar nicht so weltfern - erstmal als "den zeitlosen Kontrapunkt zur zeitabhängigen Mode" definiert, würde ich es (hier) mal schlicht als schriftstellerisches Werk mit Einfluss (in Politik, Kunst, Geschichte etc.) definieren. 
Und egal ob es mir gefällt oder nicht, kann ich allein, einem Buch nun wirklich nicht die Bezeichnung Klassiker streitig machen.

Nichtsdestortrotz habe ich oft gekämpft und nicht immer ist mir - subjektiv - klar, warum ein solches Werk so viel Berühmtheit und oft ja auch Prestige erhielt. 
Ein Beispiel dafür ist Daniel Defoe's "Robinson Crusoe", das bei mir Schullektüre war und bei dem ich vor allem an der epischen Länge der Besprechung haderte, finde ich doch, dass das Buch gar nicht so viel Inhalt hat und sich hauptsächlich in Beschreibungen verliert. Objektiv kann ich natürlich komplett nachvollziehen, dass in der damaligen Zeit, gerade Beschreibungen einer weit entfernten und somit so verschiedenen Welt durchaus Begeisterungsstürme hervorrufen kann, gerade weil bei der Unsicherheit der damaligen Schiffsreisen, dies ein durchaus wirklichkeitsnahes Szenario beschrieben wird. Also eindeutig ein subjektives Empfinden meinerseits. Ausserdem ist es schriftstellerisch sicher nicht gerade eine Blüte. 

Auch mit dem grossen Gatsby von Fitzgerald habe ich gehadert. Wobei ich feststelle, dass ich häufig mit sogenannten Gesellschaftskritiken hadere, einfach weil objektiv nichts passiert, was ja oft Teil der Kritik ist. Die Oberflächlichkeit und Nichtwirklichkeit der oberen Gesellschaftsschicht. Aber naja, ich will anscheinend nichts darüber lesen, es langweilt mich und so kann ich dann auch wenig mit der unterschwelligen Kritik anfangen. Sehr wohl konnte ich aber in den ersten Seiten die Kunst von F.Scott Fitzgerald anerkennen. Schriftstellerisch hatte er wohl einiges drauf, nützt mir halt nix, wenn ich mit dem Buchinhalt als solches nichts anfangen kann. 




Die meisten werden sicher über Schullektüre meckern, schonmal weil man sie aufgezwungen bekommt und weil sie oft - gerade wenn man die Altersstufen bedenkt - zerredet wird und sicher auch nicht immer die Themenwelt eines jungen Menschen eingliedert. Ob eine Effie Briest wirklich jeden (vor allem männl.) Teen gefällt sei mal dahingestellt und ob jedes Mädel etwas mit Goethes "Götz von Berlichingen" oder Schillers "Räubern" etwas anzufangen weiss, genauso.

Ich für meinen Teil liebte meinst die neueren Werke, wie 
+ Stefans Zweig "Schachnovelle"
grandios fand ich auf 
+ Dürenmatts "Die Physiker"
Beide wurden aber auch nur kurz besprochen, und so konnte ich meine Leseerfahrung in guter Erinnerung behalten. 

Gehasst hab ich hingegen 
- Lessings "Nathan der Weisse" 
und ganz schlimm war 
- M.Rhues "Welle"
aber auch weil ich ganze 4 mal damit gequält wurde. Ob ich hier nicht verstehen kann, warum man es als Klassiker zählt. So weit würde ich nicht gehen, ob man sie aber (gerade in der Schulzeit) gelesen haben MUSS, stelle ich mal in den Raum. Gerade weil es so viele gute Bücher sind. Allerdings ist das, ein rein subjektives Empfinden. 


Und was sind für Kalliope eher unverdiente Klassiker? 


btw: die Frage war auch schonmal Teil dieses reloaded Stöckchens, meine damalige Antwort gibt es hier!


1 Kommentar:

Kalliope hat gesagt…

Ich muss in diesem Zusammenhang einfach an diesen Artikel denken, der einen Herdentrieb bei Nutzerbewertungen beschreibt...