2013/08/09

[ 4 | 31 - 3 ] Ein Buch, bei der Du der Protagonistin am liebsten eine reingehauen hättest.

4. Tag von 31 Tage - 31 Bücher, zum dritten:  "Ein Buch, bei der Du der Protagonistin am liebsten eine reingehauen hättest."

Wieviele Bücher habt ihr gelesen, in denen eine Figur auftauchte, die man nicht nur nicht leiden konnte, sondern die schlicht einfach zu - naiv/dumm/doof/eingebildet/hochnäsig/whatever - war, als das man das tolerieren konnte/wollte?
Nicht immer macht ein solcher Charakter ein Buch schlecht; wenn clever eingearbeitet, kann  eine solche Figur ein Buch interessant machen, aufreiben, einen aus der Reserve locken. Passiert das mit Hauptfiguren, die sich nicht weiterentwickeln, macht es mich wahnsinnig und ich lese nur sehr ungern weiter. 

Andererseits - bricht man ab - weiss man ja nie, ob die Figur nicht eine Wahnsinnsentwicklung durchmacht? Meist ärger ich mich also länger als ich sollte.... Beispiel?

Die P.C.Cast "House of Night"-Reihe, bei der mich die Protagonistin seit der ersten Seite fast wahnsinnig machte. Aber hey, hochgelobt... mal weiterlesen... Aber Protagonistin Zoey bleibt einfach eine furchtbar verwöhnte Tussi, die schlicht nicht lernt. Als Charakter so flach, das kann man kaum beschreiben. Okay, ich gebe zu, hier bin ich komplett nicht die Zielgruppe, vor allem altersmässig.  Nichtsdestotrotz... Zoey ist für mich ein Inbegriff einer schlechten Protagonistin. Da hätte reinhauen auch nichts mehr gebracht.
Eine andere Entäuschung wra da mein erstes ebook: Autumn aus "Vertraute Gefahr" von M.Raven ist - ganz im Vertrauen - ein Charakter, den man nicht ernst nehmen kann. Ein Bibleothekarin, die Ranger werden will, ihre Vergangenheit mitschleppt und dabei so dämlich ist, das man sich ernsthaft fragt, wie sie ihre angebliche Vergangenheit so überlebt hat.

Ein wirklich gutes Beispiel für einen sinnvollen fiesen Charakter, den man wirklich nur eine reinhauen will, ist Miss Doloris Umbridge, die rosabetuchte Dame, die im 5.Harry Potter Teil "Orden des Phönix" nicht nur das Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste übernimmt, sondern gleichmal die Schulregeln umkrempelt um, diese mehr dem Zaubereiministerium-konform zu gestalten. Ich kenne kaum jemanden, der diese Frau nicht einfach grauenhaft fand und da sieht man doch, wie fabelhaft die Autorin Rowling es schafft einen solchen Charakter zu schaffen, ohne flach zu werden. Grosse Kunst. Und beinahe macht es richtig Spass Umbridge aus vollsten Herzen zu hassen. 

Und dann gibt es die Figuren, die an sich ganz nett sind und auch Tiefe haben, aber irgendetwas dem Leser vollkommen klares, schlicht nicht schnallen. Oder sich einreden sie wären nicht gut genug. Oder sonstwas. Hier könnte ich ganze Listen füllen, vor kurzem war Ember aus "Artikel 5" da eine Kandidatin, aber auch bei geliebten Büchern wie Shiver von Maggie Stiefvater passiert es schonmal. Und ja, selbst Bastian Balthasar Bux kann man das vorwerfen. Aber geben wir es doch zu, ein bisschen macht es Spass mehr als die Figuren zu wissen, oder eine Wendung vorher geschnallt zu haben. Dabei haben wir als Leser eben den Vorteil alles schön vor uns zu haben, während die Figuren eben inmitten des ganzen Dramas stecken. 

Und auch wenn ich es mir nict vorstellen kann, dass Kalliope handgreiflich wird, bin ich gespannt auf ihre Antwort! 

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