2013/08/23

[ 15 | 31 - 3 ] - Mit welchem Buch versuchst du Lesemuffel zum Lesen zu überzeugen?

15. Tag von 31 Tage - 31 Bücher, zum dritten:  "Mit welchem Buch versuchst du Lesemuffel zum Lesen zu überzeugen?"


Halbzeit --- naja fast, bei 31 Tagen ist das mit Halbzeit ja eher schwierig. Ich werde das Wochenende auch aufgrund von Stress aussetzen und so Kalliope ein paar Möglichkeiten zum Aufholfen geben.  Aber zurück zur Frage 15:

Hmh, das ist schwierig, versuche ich doch Bücher immer auf die Person abzustimmen. Prinzipiell versuche ich selten, Lesemuffel, - also solche, die einfach keinen Spass am lesen finden -, vom Lesen zu überzeugen.
Auch wenn ich es schwerlich verstehen kann, bin ich kein Freund davon, mein Lebensstil anderen aufzudrücken. Ab und zu passiert es, dass ich bemerke, derjenige hat evtl. tatsächlich nur noch nicht das richtige Buch gelesen oder sein Buchgenre gefunden.

Aus meiner Erfahrung macht man aus Lesemuffeln maximal Wenigleser. Wenn man dieses Bedürfnis nicht von innen heraus spürt wird man vom Lesemuffel nicht zur Leseratte einfach weil man das richtige Buch zur Hand nimmt. Ich verschenke selten bis nie, diese "Verlegenheitsbücher" für Wenigleser. Also diese Bildbände mit Sprüchen oder so.

Das Thema muss stimmen. Oft sind da tatsächliche Romane, also gleich Fantasy, Dystophien oder gar Klassiker falsch.

Ein für mich guter Weg, ist/war - statt einem Reiseführer - eine gut geschriebene "Landeserfahrung" zu verschenken. Also statt einen Sachbuch "Toskana" eine Belletristik zum Thema. Am besten humorig geschrieben. Da kann sich der "Erstleser" schnell hineinfinden, und sich gegebenenfalls gleich mit dem Protagonisten identifizieren, gleichzeitig bekommt er eher das Lebensgefühl der Gegend mit und vielleicht ein paar Ideen: Zum Beispiel den lokalen Gemüsemarkt nicht zu verpassen, oder sich einfach mal von Marktgeschehen am Abend treiben zu lassen, statt nur Insider-Restaurants aus dem Reiseführer zu suchen.

Oder man schenkt einem Neugartenbesitzer einen humorigen Roman, wie "Mein Leben im Schrebergarten" von Wladimir Kaminer, bei dem man leicht und ohne erhobenen Zeigefinger erfahren kann, wie eine deutsche Schrebergartenidylle auf Menschen mit Migrationshintergund wirken kann. Er schrieb im übrigen auch über die sowjetische Küche und über russische Frauen.



Überhaupt: auch gute Kochbücher sind ein toller Einstieg, wenn es zur Person passt. Gerade ein Jamie Oliver-KochBuch, ist nicht nur ein Rezepte-Sammelsurium, meist birgt es auch ein paar Geschichten und kleine Kniffe zum jeweiligen Kochbuch-Thema. Aber die meisten Köche und Kochbuchautoren machen das heute so. Und die tollen Bildchen bringen zusätzlich Freude und wenn nicht Leseglück, dann vielleicht doch Kocherfahrung. Allerdings sind die auch meist teuer, also im Zweifelsfall ist es viel Wille und Einsatz für wenig Erfolg.

Man sollte da überhaupt mit viel Feingefühl und ohne viel Erwartung rangehen. Vielleicht kann derjenige ja ein Musikinstrument spielen, ist nebenher ein Martial Arts Spezialist oder hat eben andere sportliche, künstlerische oder medialen Hobbies.
In meiner Familie ist man allerdings ein echter Exot, wenn man nicht dieses ständige Bedürfnis verspürt, seine Nase in das eine oder andere Buch zu stecken. Und jeder Besuch endet zwangsläufig damit, dass man gesamte (gefüllte) Buchtaschen miteinander tauscht.


Und wie verschenkt Kalliope an Lesemuffel und was? 

Kommentare:

Kalliope hat gesagt…

Gute Idee, das mit den Kochbüchern... Wobei ich da ja auch eher vorsichtig bin, Bücher zu verschenken, wenn es sich um einen "Lesemuffel" handelt, aber mehr dazu, wenn ich zu der Frage komme...;)

momo hat gesagt…

nur aufpassen, das es nicht als Kritik an der Kochleistung der Person verstanden wird.

Kalliope hat gesagt…

Mei, was man beim Schenken so alles falsch machen kann...-seufz- Ganz schlimm ist ja auch, wie falsch es ankommen kann, wenn man Badartikel verschenkt. Da meint man das eigentlich gut, so Alltags-Wellness-mäßig und dann heißt's, man würde unterstellen, der Beschenkte müffelt und müsse mal wieder baden...

momo hat gesagt…

Ja stimmt schon, wobei ich mich da wenig schere. Wenn ich weiss derjenige badet gerne und viel (wie ich ja zum Beispiel) da kann man auch schonmal ein besonderes Badekugel/creme/gel/whatever verschenken. Also eine Fa Seife würde ich sicher eher weniger verschenken, wenn schon etwas aus der Kategorie, "ist teuer, deswegen kauft man sich selber sowas eher nicht". So wie eine Badekugel von Lush oder so, wo man immer entsetz ist über den Preis, oder was besodneres von Body Shop oder so... Genauso wie ich ja auch zurück aus dem Urlaub Creme, Olivenöl etc verschenke. Gleiches Prinzip.

Kalliope hat gesagt…

Ja schon, normalerweise sollte der/die Beschenkte das auch merken, was dahinter steckt. :)

momo hat gesagt…

schwieriger finde ich da, wenn man irgendwie beim Arbeitskollegen vom mann eingeladen ist und die Person nicht kennt. oder am schlimmsten,Chefs oder so... und dann muss man die Verlegenheitsgeschenke machen und weiss nicht ob der Wein trinkt, oder liesst oder Blumen mag, oder....

Kalliope hat gesagt…

Jawoll und dann schenkt man einem trockenen Alkoholiker eine Flasche Rotwein. Ganz böses Fettnäpfchen - mir schon so passiert. :(

momo hat gesagt…

Naja, zum Glück nehmen es solche Menshcne meist gelassener, als die Umwelt rundrum, weil sie haben schon viel schlimmeres erlebt, was ist da das falsche geschenk... aber was man sich bei sowas vom umfeld anhören darf.... GRRR

Kalliope hat gesagt…

Das stimmt, mit dem Umfeld. Wobei der Beschenkte auch ziemlich getroffen war. Die Flasche wurde mit Fingerspitzen angefasst und mir sofort wieder zurückgegeben mit dem Hinweis, dass er dieses Geschenk nicht annehmen kann. Das ist mir heute noch unangenehm...

momo hat gesagt…

hmh, dann war das wohl anders.... schade eigentlich. ich meine ich weiss, um die problematik, aber würde man so auch ein falsches buch/film etc anfassen? im endeffekt ist es ja nichts anderes... ich hoffe der hat dir dann wenigstens gemundet... und wnen man jemanden nix sagt, muss man sich auch nicht wudnern... ich hab schon nichtlesern aus nichtwissen bücher geschenkt.., da gabs auch so eine reaktion: "schön ein buch, oh ohne bilder... aehm ja .... danke oder so"

Kalliope hat gesagt…

Na ja, ich verstehe schon, weshalb er nichts sagte - war unser Lateinlehrer, dem wir ein Dankeschön überreichen wollten, weil er uns durch die Prüfung für's Große Latinum gebracht hat, kommt halt nicht so toll, wenn man seine Autorität wahren will als Lehrer.

momo hat gesagt…

okay, das ist natürlich eine vertrackte situation.... und ehrlich lehrer haben wir oft alkohol geschenkt.... ist halt so ein - hier damit sie weitere klassen wie uns überleben geschenk. aus der sicht schon blöd.... aber da muss man einfach drüber stehen...