2013/07/30

Montagsfrage XXII: Brichst du deinen Büchern den Rücken?

Heute mal wieder NICHT montags aber immer wieder gern bei mir, die Montagsfragen von Paperthin. Und auch wenn ich mir diesmal sicher wieder keine Freunde machen werde,
hier meine Antwort zur Montagsfrage ...
(c) Paperthin

Brichst du deinen Büchern den Rücken?

Die Antwort ist so einfach wie schockierend: "Hell, ya".

Ich weiss jetzt werden so ziemlich alle Vielleser entsetzt aufschreien, wie ich sowas meinen heiligen Büchern antun kann: Die Antwort ist so schlicht wie normal - so sehr ich die Inhalte von Büchern schätze und liebe, so sehr sehe ich sie auch als Alltagsgegenstand und gerade Taschenbücher sind - das sagt der Name - Gebrauchsgegenstand. Schätze ich ein Buch zutiefst, schaff ich es als Hardcover an, das ist es mir wert. Schonmal zum Viellesen oder Lieblingsstellen lesen... Wie markiert ihr NichtBuchrückenmacher und Eselsohrenvermeider sowas? Wenn ich mal total NAIV fragen darf??? Macht ihr sowas nicht? Is mir schleierhaft!

Aber ich glaube ja, diese Frage wird die Buchbloggerwelt spalten - in die extremem NICHT-Brecher und denen, denen es schlich egal ist, weil... Ja weil. Aber lest weiter: 


Designer-Buchregal - wertet auch
Bücher mit Knick auf ;)
Ein Taschenbuch hingegen lese ich aufgrund der Geschichte und schon GAR NICHT, damit es im Regal gut aussieht. Ja, ich habe ein teuer Designer-Buchregal und da stehen auch Taschenbücher drin, aber die sehen gelesen aus und sind oft auch schon sehr alt. Ich lese oft und viel unterwegs, an Haltestellen, oder sonstwo, oft einhändig und da bleibt es nicht aus, dass ein Buchrücken überbogen wird und dann entstehen diese - zugegebenermassen - etwas unschönen Buchrückenknicke.  Aber hey, das gibt dem Buch Charakter. Auch hasse ich es, wenn ich ein Buch übervorsichtig nur so halb aufschlagen kann/darf, weil ich es geborgt habe, das trübt meine Lesefreude, oder es schlägt ständig zu (gerade bei dicken Taschenbüchern), teilweise nervt es mich so sehr, dass ich es ungelesen zurückgegeben hab, oder es mir selbst gekauft hab. 

So habe ich mir neulich Harry Potter 1 & 2 als Hardcover gekauft, weil es Lieblingsbücher sind und die will ich in dann irgendwann in Hardcover haben. (das es so lange gedauert hat, liegt dran, dass der Rest der Reihe amerikanische Versionen sind.) 
Ich liebe gebundende Bücher eh mehr, die kann man aufgeschlagen liegen lassen, die haben (meist und mind.) ein Lesebändchen... Meist, wenn ich zu einem Taschenbuch greifen würde, kaufe ich jetzt ein ebook. Das KANN ich nirgendwo knicken und ich kann markieren UND Eselsohren machen, und es wunderbar einhändig halten.  
Leider kann ich es noch nicht verleihen und/oder weiter schenken. Ein echtes Manko. lieber Buchhandel, mal bitte an die Ansprüche adaptieren!


Bücher sind zum Lesen da, nicht zum angucken, oder Rätselraten über den Inhalt. Und wenn ich auf jeder Zeile das erste oder letzte Wort (gerade bei englischen Druck) erraten muss, um ja nicht den Buchrücken zu verletzen, - sorry - da VERGEHT MIR die Lesefreude oder ich habe nach 15 Minuten einen Krampf in der Hand. Deswegen leihe ich von verschiedenen Leuten NUR Hardcover oder  nix mehr. Ist mir einfach zu anstrengend. Wenn du ein Museumsbuch haben willst, kauf dir ein Hardcover. Mäh. 

Um den Ganzen einen aufzusetzen, hin und wieder haben meine Bücher Schokoladenflecken, oder Kaffeeflecken, weil ich beim Umblättern nicht SOOO saubere Finger hatte. Das finde ich schade, aber nicht wirklich schlimm. Oft bleicht es mit der Zeit aus... Meine Bücher leben mit mir.

Und ja mir ist bewusst, jetzt fallen hier gewaltig viele Buchtauscher aus. I'm sorry. Naja ne, nicht wirklich... Is halt so. 

PS: Bevor hier der falsche Eindruck entsteht, ich gehe schon pfleglich mit meinen Büchern um, allerdings benutze ich sie - also ich lese, wie ich ein Buch halt so lese und wie es am bequemsten ist. Eure getragenen Sachen, sind nach einem Tag ja auch nicht mehr frisch gebügelt (meine Kleidung hat sogar hin und wieder kleine Flecken) und eure Teller sind nach dem Essen sicher auch nicht wie abgeleckt, oder?

Und hier ein paar (worstcase) Beispiele:

Per Anhalter durch die Galaxie von Douglas Adams - Lieblingsbuch, sicher 15 mal gelesen. Auch oft verliehen, und schon vom Opa geerbt. Traumbücher. Halbwegs normale Gebrauchspuren. 
Darüber übrigens ein Familienlieblingsbuch - eine sächsische Utopie "Die seltsame Verwandlung des Lenny Frick". Gebunden, aber Schutzcover lädiert. Ja ist schon 50 Jahre in Familienbesitz und SEHR oft gelesen. 

Harry Potter, besonders Band eins in Englisch oft verliehen (als Überzeugung, dass Harry Potter in Englisch lesbar ist) und verschlungen. 
Sieht man ihm an, oder? Naja, hat auch einige Flüge und auch ein TrekkUrlaub hinter sich. Dafür KEINERLEI Eselsohren. Wie auch immer das passiert ist. Kann man übrigens ertauschen, wenn man will. 


Lieblingsbücher - Hardcover, aller x mal gelesen. Die Softcover von Game of Thrones von Martin vom meinem Helden ohne Buchrückenknicke - der Held ist auch so ein 45 Grad NichtKnick-Leser... Mir schleierhafte Art zu Lesen... Ich hab die in Englisch mit Knicken... 

Kommentare:

Damaris hat gesagt…

Ich lese im Regelfall ohne Knicke im Buchrücken (bin also so eine 45 Grad Leserin). Aber du hast schon recht, manchmal stört mich das in letzter Zeit extrem, weil es einfach anstrengend sein kann, das Buch so zu halten. Ich bin schon lange nicht mehr so pingelig wie früher, achte aber immer noch darauf. Falls mir dann mal ein Knick passiert oder ich ein verliehenes Buch mit gebrochenem Buchrücken zurückbekomme, bin ich zuerst schon etwas traurig. Eigentlich doof. Denn Bücher (also ich rede vor allem vom TB) sind definitiv Gebrauchsgegenstände. Naja, vielleicht werde ich iwann mal lockerer :-)
LG,
Damaris

momo hat gesagt…

Schön, dass mein Post auch bei einer NICHT-BRECHERIN zumindest nicht gleich pures Entsetzen auslöst. Bei einigen Antworten musste ich "Buchmörder" und ähnliches lesen. Das hat mich schon etwas geschockt. Was machen die (später oder jetzt) wenn ihre Kinder mal eine Tasse fallen lassen? Oder einen Fleck aufm T-Shirt haben?
ich finde, man sollte Gebrauchsgegenständen ihren Sinn - nämlich den Gebrauch - lassen. Und so ein Taschenbuch, heisst Taschenbuch, weil es für die Tasche (daher auch billiger) gemacht wurde. Das man es jetzt nicht mutwillig in eine Pfütze schmeisst, ist klar, allerdings ist auch das mir schon passiert. Naja, war ehe nicht gut das Buch.

Kalliope hat gesagt…

Da sagst du was: Mein Sohn macht mich da gerade wesentlich gelassener, als ich das bis vor kurzem noch war. Wenn ich mir so anschaue, wie seine Bücher mittlerweile aussehen...;) Und dabei ist das doch eigentlich gerade das Schöne: Man sieht, wie sehr er seine Bücher jetzt schon mag! Hat mich etwas umdenken lassen im Pingelig-Sein mit Taschenbücher. Mei, wenn sie beim Lesen doch mal Knicken, dann ist das eben so. Wobei ich immer noch so vorsichtig wie möglich bin, weil ich mittlerweile auch immer wieder Bücher verkaufe, wenn ich sie nicht behalten will.