2013/07/19

Montagsfrage XX: Liest du mehrere Bücher parallel?

OH, Paperthin, was für eine Frage, Das ist bei mir schon eine halb psychologische, halb philosophische Fragestellung, die einer längeren Antwort bedarf und daher auch nicht (nur) Montags beantwortet werden kann. Sondern auch mal freitags, so wie heute eben...
(c) Paperthin

 Liest du mehrere Bücher parallel?

Schwere Frage, einfache Antwort "JAAAAAAAA" - denn ich lese kompliziert. Bei mir hat Lesen sehr, sehr, sehr viel mit Stimmung, Muse und meinem Befinden zu tun. 

Ich vertrete ja die absolute These, dass der Leser auch ein bisschen Autor des Buches ist. Denn ich glaube, dass ein jedes Buch für jeden individuellen Leser anders ist, - für mich ist der Leser mit seinem Background (seinen Erfahrungen, seiner Lebenssituation und auch seinen Launen) ein bisschen auch Mitgestalter des Erlebnisses LESEN.  Das ist aber eben auch ein zeitliche Sache, wann und wie, und manchmal sogar wo liest der Leser. 

Oder besser gesagt, ich sehe den Autor und den Leser als Team, die zusammen ein  individuelles Leseereignis schaffen.

Und weil das so ist, ist nicht jede Zeit die richtige für jedes Buch und so habe ich immer viele Bücher in der "Mache". Meist ein leichtes oder seichtes, meist ein schweres, meist ein ebook und ein reales, (oft ein Hardcover und oft ein zwei ebooks) oft sprachlich gemischt (also ein schweres deutsches und ein leichtes englisches), eigentlich immer sehr genreverschieden (also ein YA, ein Fantasy, ein Romantasy, ein Krimi, ein Tiefsinniges, eine Dystophie, ein Klassiker, etc.)... Und oft nicht nur 2... Meist eher so 3-6. Manchmal mehr. Aber das wisst ihr ja von meiner Liste in der Leiste. Neulich waren ja einige ob meiner Buchkaufsucht etwas geschockt. Aber da viele ebooks sich recht kurz fassen und sich flüssig und schnell weg lesen, ist das gar kein Problem. 



Ich habe überraschenderweise selten ein Problem damit, dass sich das mischt: okay mehrere aus einer Reihe geht NICHT bei mir, auch gleicher Autor ist schwierig. Aber durch die verschiedenen Gerne und die verschiedenen Sprachen und auch die unterschiedlichen Typen (ebook, Hardcover) kann das mein Kopf gut seperarieren. Es hilft Flauten zu überwinden. Und ich mache das schon seit frühestem Alter. So brauchte ein Trotzkopf schon immer ein Gegenpol. Sonst werde ich Irre. 

Zugegeben Bücher beeinflussen sich so, was ein bisschen das Lesen verändert. So hat zum Beispiel der Charakter Delilah aus "Artikel 5" von "Kristen Simmons neulich in "Seelen" von Stephanie Meyers nachgeklungen. Das gab dem eventuell eine Tiefe, die so nicht gewollt war, zumindest stand ich der Sucherin nicht so negativ gegenüber -  wusste ich doch nicht, was dem "Wirt" vorher passiert war... Bucherfahrungen sind eben auch Lebenssituationen, das spielt rein. Und genau das meine ich, so ändert sich meine Lesesituation, zu einer anderen etwas später. Das (und meine absolut weitreichende Vergesslichkeit) ist auch der Grund, weshalb ich Bücher oft nochmals lese, nicht alle, nicht extrem viele aber doch öfter als viele andere. Auch der Grund, warum ich Bücher, die mich beeinflusst haben, behalten will. Sie können das wieder, und ANDERS!

Wie viele liebe ich Young Adult-Literatur. Und weil sicherlich die Pubertät - bzw. das Erwachsenwerden - immer auch mit Veränderungen und "Sich-Finden" vor sich geht, sind das auch an sich die Punkte, die das so spannend machen können. Aber es ist eben auch häufig sehr seichte und leichte Literatur. Nett formuliert geht das Genre bei mir immer, weswegen ein Buch aus dem Genre fast immer auf meinem Tisch liegt. Ob frisch, ob englisch oder deutscher oder ob reread, wenn man es so sieht, ist so ein Buch sozusagen mein "Fall-Back"-Buch - wenn auch nicht nur mein Notfall Buch.

Denn bei schwererer Kost muss bei mir oben Genanntes stimmen. Ich muss also in der richtigen Stimmung sein, es muss die richtige Zeit sein und im Bestfall der richtige Ort für ein Klassiker, oder andere schwerere Kost. Mit vollem Kopf und Stress im Nacken kann ich so was nicht lesen. Aber der Anspruch ist da, und es gibt ja auch einige gute, tolle Bücher. Das sind auch die Bücher, die kriegen viele Chancen... Und wenn halt nicht heute, dann vielleicht morgen, am Wochenende - wann immer. Hauptsache es wird keine Qual. 

Und oft hat bei mir, das zur Seite legen, und woanders weiter schmökern, einem Buch viel gutes getan. Danach war ich sehr viel freigeistiger also zum Beispiel direkt nach der Arbeit.

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