2013/07/08

Montagsfrage XIX: Welche Dinge kannst du nicht mehr lesen?

Überraschenderweise ist dann auch schon wieder Montag und Paperthin hat eine wirkliche spannende Frage auf Lager. auch ist diesmal ihrer Antwort besonders spannend, also mitmachen und bei ihr mal luken. Spannend, spannend. 
Details bzw.Genaueres kann dort nachgelesen werden. 


(c) Paperthin

Inspiriert von Yvonnes Artikel »Dinge, die ich nicht mehr lesen kann« möchte ich heute von dir wissen, worauf du in Büchern verzichten kannst. Was geht dir beim Lesen total auf die Nerven? Welche Dinge kannst du nicht mehr lesen?

Wie viele liebe ich Young Adult-Literatur. Und weil sicherlich die Pubertät - bzw. das Erwachsenwerden - immer auch mit Veränderungen und "Sich-Finden" vor sich geht, sind das auch an sich die Punkte, die das so spannend machen können. 
Die wenigsten Protagonisten haben viel Erfahrung im Liebesleben, gerade die erste Liebe - das ist etwas, an dass sich jeder Leser zurückerinnern kann und sicher auch ein wenig mehr rosarot in seiner Erinnerung färbt. Vielleicht wollen wir Leser auch diese Übermacht, damit es in Bauch kribbelt dun wir das ersehen, vielleicht brauchen wir da ein bisschen zuviel statt Realismus.  

Also kann der Autor hier ruhig übertreiben und aus dem vollen Schöpfen, aber wie viele Leser bin ich von einigen Dingen übersättigt.

  • Da ist zum einen die flachen Protagonisten. Zum Teil sprechen Autoren jungen Charakteren jegliche Charakterbildung ab: Sie sind entweder schlau oder naiv, doof und populär,oder schlau und extrem introvertiert. Sie brauchen immer jemanden der ihnen das andere zeigt: entweder der BadBoy der der Vorzeigeschlauen das (knallharte) reale Leben zeigt oder andersrum der total toughe Gang-Badboy wird von der ach zu Smarten gezähmt, oder (ui, echt anders) gender vertauscht...  Aber das ist dann schon extrem abwechslunsgreich. (Überraschenderweise lese ich es aber immer wieder gerne, es ist so leicht und flockig, und danach denke ich immer, maeh, was für verschwendete Zeit.)
  • Die wenigstens Bücher zeigen, dass nicht alles perfekt ist. Jungfrau und Boom Bang der erste Sex ist pornoreif, da geht nichts schief, alle wissen wie es geht und immer (falls es denn tatsächlich vorkommt und Knutschen nicht sozusagen der Höhepunkt ist) sind sich die Figuren dann so viel näher... Und nein, sie IST nie die Schlampe, immer Jungfrau (oder fast noch Jungfrau) die den BadBoy zähmt, weil sie allzu perfekt und super ist, und mit seiner Erfahrung wächst und alles gleich soo toll findet. Yeah 2. Sex und Fesselspiele... Yuhuu. (Okay vielleicht les' ich zu viel Fanfiction und Indie Bücher)
  •  Überhaupt die 16 Jährigen Mädels, die IMMER mit 16 ihren Traumann - aehm Jungen - finden. Und das ist die Liebe überhaupt und die Schmetterlinge scheinen sämtliche, noch vorhandene Sinne zu nehmen und dann ist plötzlich alles super, er staked und wird super eifersüchtig, Wutausbrüche, zum Teil Gewalt -  hach alles nur Teil seiner Liebe. Ich finde es fürchterlich erdrückend und KEIN GUTES BEISPIEL - gerade für die erste Liebe. 
  • Oder in Dystophien: Immer einer ist in der Elite ganz oben, schlau, Teil der Gesellschaft - on top (überraschenderweise meistens so on top, dass die Eltern dort superwichtigen Job haben und passenderweise NIE da sind) und muss dann von dem Rebellen - ausserhalb der Gesellschaft - die Lügen aufgezeigt bekommen. Und plötzlich ist alles anders und derjenige muss von dem Rebellen die (echte) Welt erklärt bekommen. Und Überraschung - sie verlieben sich. 
  • Und warum können in den neuen, contemporary Bücher nie ein Protagonist (gut)kochen (es sei denn er ist Vampir und hat nicht mal was davon) , oder sonst irgendwas? Alle kriegen von irgendwo essen vorgesetzt, es wird materialisiert, erscheint aus irgendeine Massenküche und NIE einer beschwert sich. Essen ist nur Nahrung. Auch muss  nie einer Aufräumen oder sonstwas. Irgendwie Alltagssachen, passieren einfach. Keine muss Wäsche waschen etc... Und das findet NIE einer komisch...  


Und bei Euch so?

1 Kommentar:

Kalliope hat gesagt…

Super interessant! Das passt gerade so gut zu meinen Gedanken bei der Lektüre von "Artikel 5"... Es sind nämlich diese ganz verqueren Beziehungen, die mich gerade so annerven. Davon will ich nichts mehr lesen...

Und deine letzte Frage hat mich sehr amüsiert. Und überlegen lassen - mir fiel tatsächlich nur ein Beispiel ein, wo sich eine Protagonistin wirklich problemlos selbst versorgen konnte, inkl. Nahrungserwerb und Essenszubereitung: Lucy in "Ashes, Ashes". Spannenderweise wurde aber genau diese detaillierte Beschreibung ihres Überlebens in der Wildnis in zahlreichen anderen Rezensionen, die ich so gefunden habe, kritisiert...