2013/06/17

BRN 2013 - bunte Republik Neustadt - rockige gute Laune mit überfüllten Strassen




 Einmal im Jahr feiert die Dresdner Neustadt sich selbst - als riesiges Straßenfestival. Dabei gelten besondere Regeln und prinzipiell kann man feststellen, dass die BRN am Tage so gar nichts mit der BRN in der Nacht gemein hat.

Für alle die meine jährlichen Ergüsse noch nicht kennen, eine kurze Erklärung: die "bunte Republik Neustadt" feiert die 3 Tage (22.-24.Juni 1990), in der man auf dem Gebiet ein eigenen Staat aufmachte und es schaffte ihn für wenige Tage aufrecht zu erhalten - inklusive allem: Geld in Form der "Neustadtmark" (wechselkurs 1:1 mit der Ostmark), eigener Flagge (Deutschlandfarebn mit der Mikey Mouse), eigenem Pass, eigener "ordentlicher, provisorischer Regierung" („Monarchen ohne Geschäftsbereich“sowie Misiter allen möglichen und unmöglichen Bereiche wie Wehrkraftzersetzung, Finanzen, anderen Kirchenfragen, Unkultur und Unterseeboote etc.) sowie einer Regierungserklärung(Man forderte den Anschluss an den Vatikan)
„Die Idee zur bunten Republik entstand eines Nachmittags in der Bronxx (ehemalige Kneipe auf der Alaunstraße), bei einer Schwatzrunde. Da haben wir das Ding innerhalb von zwei, drei Monaten aus dem Boden gestampft.“  
An den Eingängen prangten Schilder mit der Aufschrift: „Hier beginnt das freie Territorium der bunten Republik Neustadt.“  
Heute also erinnert (seit 2002) dieses ausserordentliche Stadtteilfest an diese außergewöhnliche Begebenheit. Entsprechend seiner besonderen Geschichte kommt es mit besonderen regeln, so dürfen offiziell nur Ortsansässige einen Stand aufmachen und betreiben, so versucht man eine allzu wirtschaftliche Interessen auszuklammern.
Auszug aus der Satzung: A. Teilnehmerkreis 
* Gewerbetreibende müssen über ein Geschäft bzw. Lokal im Festgebiet verfügen.* Natürliche Personen müssen ihren Hauptwohnsitz im Festgebiet haben.* Vereine müssen über einen Vereinssitz im Festgebiet verfügen.* Bezüglich Freiflächen innerhalb des Festgeländes können daran angrenzende Flächen des öffentlichen Verkehrsraumes auch an Eigentümer bzw. Mieter/Pächter dieser Flächen vergeben werden

Dazwischen immer wieder Bühnen mit lokalen Bands, und einigen eingeladenen. Hier tun sich vor allem die ansässigen Bars, Kneipen und Lokalitäten hervor.



Und so war ich auch dieses wieder mit dabei, nicht als Ansässiger, aber immer wieder gern als Besucher. Und diesmal mit grossem Anliegen, eine Dresdner Lokalband names [pi!] hat es mir angetan. Sie versucht momentan via crowdfunding ihren Longplayer zu finanzieren. Und nach dem concert am Samstag kann ich das nur unterstützen. Wer auf guten (härteren), alternativen Rock steht, sollte mal hier vorbeischauen. Nicht nur tut ihr was gutes, die EP ist auch wirklich gut.
Zwar kenne ich den sound noch aus ihren sehr anfänglichen Anfangstagen mit Sängerin Sängerin und Frontfrau Claudia Gehre, der damals eher an Evanescence oder undwater circus (kennt die noch jemand) erinnerte, so ist er jetzt rockiger, ein bisschen an Finnrock erinnernd (zumindest das Album "A perfect Beginning"). 
Ihre neue EP "AMATEVI" klingt noch erwachsener, kraftvoll und tiefgängig. Ich war scher begeistert!  






 Und so ging es vom Lustgarten - wo es 20:00 mit eben jenen Konzert von [pi!] startete - perfekter Einstieg für ein BRN Abend -  samt Kulturbeitrag udn extrem leckerem, frischen Cheeseburger vom Holzkohlegrill!!! und Antipasti-Fladenbrot - auf die Böhmische Strasse, eine (obligatorische) Runde um den Martin Luther Platz, wo mit sehr witzigen Aktionen auf an die Flutopfer gedacht wurde (Ich hoffe die Spenden gehen auch wirklich an die richtigen Stellen) ...
Zwischendurch gab es dort ein überraschen gutes Konzert auf der SaloonBühne, leider hab den Namen vergessen, laut Foto, mit dem Line Up waren es wohl die Grünschnäbel, ich kann mich aber auch irren.
Von dort auf der Louisenstrasse bis zur Alaunstrasse (Menschenmassen, siehe Foto), die uns im engsten Gedränge und einer besten Tanz-Einlage zu Psy's Gangnam Style vom Balkon aus, zum Alaunpark führte.
Leider hatte die Merkwürden-Bühne gerade Pause - sehr schade, gibt es meist hier Rock der härteren gangart udn daher von mir stark geliebt. Naja.
Langsam beschlich mich dann aber doch der Wunsch nach meinem Bett und so kämpften wir uns die Rothenburger Str. wieder vor zur Bautzener , um die Straßenbahn in unser ruhiges, beschauliches Striessen zu nehmen.

Was bleibt, ist die Erinnung an einer sehr schöne BRN 2013, mit leider zuvielen, zu betrunkenen Jugendlichen, aber sehr vielen, sehr talentierten (Amateur)Musikern.

Denn das macht die BRN für mich aus, viele gute Musiker, die man so nicht kennt, mit tollen neuen Geschmackserfahrungen.

Bis zum nächsten Jahr.


gestempelt - kulturbeitrag zur BRN geleistet...
für [pi!] gerne doch!



Kommentare:

Kalliope hat gesagt…

Hach ja, da werden Erinnerungen wach... An durchtanzte Nächte auf den Straßen der Neustadt, an kulinarische Wagnisse, an tolle Stimmung, lustige Leute, ... hach...

momo hat gesagt…

ja, die BRN ist einfach was ganz besonderes (auch wenn ich ehrlicherweise sagen muss), dass es schön ist, wenn man nach hause kommt, dass es "leise" ist, in der neustadt, sind die tage halt sehr anstrengend, weil man gefühlt NIE zur ruhe komme.