2013/03/21

a little bit of heaven - Kein Mittel gegen Liebe

filmcover via moviepilot.de
Normalerweise schreibe ich nicht oder nur sehr, sehr wenig über Filme. Einfach weil ich sehr schlecht bin, über Filme zu schreiben. Dabei gucke ich oft Filme und öfter auch mal welche, die nicht so bekannt sind. Und überraschend oft welche zum Frühstück. Heute miste ich eigentlich aus, und schluchze nebenher, weil dieser Film einfach herrlich traurig und dabei herrlich positiv, lebensbejahend und einfach motivierend ist.

Die Hauptdarstellerin Kate Hudson spielt die erfolgreiche Geschäftsfrau Marley, die plötzlich die Diagnose Krebs bekommt und deren Leben sich entsprechend komplett umkrempelt. Und ja der Film ist voller Klischees, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt - und wohl gerade deshalb so gut ist, weil er damit spielt und auch die Gefühlsleben der betroffenen Freunde zeigt.

Der ausländische Arzt, der absolut keine Witze erzählen kann und sich in die Patientin verliebt, die Mutter, die damit nicht zurecht kommt, der Vater, der nicht damit zurecht kommt, die Sache nicht kontrollieren zu können, die Freundin, die hochschwanger ist und nicht damit klar kommt, wegen Marley traurig zu sein, während sie sich auf ihr zweites Kind freut. Der schwule, schwarze Nachbar, der die vielen Launen abbekommt, der depressive Hund, die beste Freundin und arbeitslose Künstlerin, die mit diesen Launen mitschwingt - und nicht zuletzt Miss Whoopi Goldberg, alias Whoopi - oder auch Frau Gott über den Wolken.




Bei dem Film geht es weniger um die Story, denn die ist im Allgemeinen vorauschaubar und im Detail wirklich überraschend und dabei erstaunlich real, weil in diesem Film nichts so einfach ist, wie es scheint, denn obwohl eine Hollywoodproduktion ist vieles einfach herrlich normal. Und die menschlichen Zwischentöne, die eben nicht einfach sind, sondern eben real kompliziert und trotzdem schafft es Miss Hudson, der Marley die Leichtigkeit zu verleihen, dass der Film nicht ins Depressive abfällt.

Einfach ein wundervoller Film, bei dem man Rotz und Wasser heult, und trotzdem motiviert und voller Tatendrang aufsteht. Ein Film für einen Morgen, als eher einen Abend. Und ein Film fürs Wochenende, mit leichter Unterhaltung, die Tiefgang bietet.

Ein kleines Juwel ohne Zeigefinger zwischen Drama und Liebeskomödie.

[Dabei empfehle ich den unbedingt in OV zu sehen, denn nachdem ich kurz in die deutsche Synchronisation reingesehen habe, habe ich doch einiges an Wortwitz und Zynismus vermisst.]

Kein Mittel gegen Liebe - A little bit of Heaven - 2011 - US (Verleih:Senator)
Genre: Drama, Lovestory
Regie: Nicole Kassell
Cast: Kate Hudson, Lucy Punch, Gael García Bernal
Laufzeit:107 min., FSK:ab 6 Jahre

Kommentare:

Rennhenn hat gesagt…

Ohje, das wär kein Film für mich. Mag keine Filme zum Weinen, schon gleich gar nicht, wenn Menschen darin (an Krebs) sterben.

momo hat gesagt…

Naja, das ist ja reichlich vorauschschaubar und man lernt als Zuschauer das zu akzeptieren, weil es die Hauptdarstellerin schafft es zu akrzeptieren.

Ich habe ernsthaft lange nicht mehr einen solch tollen, herrlich normal realen Film gesehen. Ein bisschen wie "Hachiko" nur mit weniger bewussten Tränendrüsenmomenten. Ich war ernsthaft beeindruckt, wie positiv ein Film über Krebspatienten sein kann, weil er zeigt, wie ein Leben für die Umstehenden aussehen kann, auch wenn ein Teil einfach so geht.