2012/10/25

gefrorener Schneeball -Sehnsucht nach Winter





Ich erinner mich ziemlich genau an den einem Sommer, in einem Jahr in dem ich häufig krank war und ich glaube, es war das Jahr in dem meine Schwester geboren wurde, vllt auch das Jahr drauf. Ich war extrem ungenäusig, schlecht gelaunt und überhaupt eben so, wie man als Kind ist, wenn man Ohrenschmerzen hat - mies drauf.
Da zauberte meine Mutter das beste Gute Laune Mittel überhaupt aus ihrem Zauberkasten, so ein Trick den Mütter manchmal so drauf haben: einen Schneeball aus dem Gefrierschrank.

Ich glaube heute, den hat sie aufgehoben, weil auch meine Schwester im sozusagen an einem spätwinterlichen Tag geboren wurde. Sentimenale Gründe oder vielleicht explizit für mich. Wenn ich sie heute frage, kann sie sich nicht mehr erinnern. Mir ist dieses Ereignis hingegen sehr fest in Erinnerung geblieben. Für mich war dieser Schneeball im Sommer, vielleicht auch im Herbst, eine absolute Faszination, ein absolutes Glücksgefühl, pure Freude.
Ich weiß, dass ich sie später (als pupertierendes Etwas) öfter dazu drängte, das zu wiederholen bzw. selbst heimlich einen Schneeball im Tiefkühlschrank versteckte.

Egal wie, für mich extremes Winterkind, dass den Schnee und die Magie, die dieser verbreitet liebt, ist dies - seitdem ich auch ein Tiefkühlschrank, statt nur ein studentisches Fach, mein eigen nenne - ein festes Ritual. Wenn toller Schnee liegt, frier ich mir ein Sehnsuchtsschneeball ein. Schön rund und fest und dann ab in eine Tüte, - wenn in der Nähe ein Permamentmarker liegt - wird das Datum noch drauf geschrieben. Meist bleibt über's Jahr - bei minus 16 Grad Celsius - eher ein Eisball übrig.

In extrem miesen Momenten oder wenn die Sehnsucht nach Schnee groß ist, hol ich diesen für ein paar Minuten raus und schwups steigt meine Laune. Das ist fast ein Reflex, Schnee hat einfach diesen Effekt auf mich. Eiskalt, und diese schroffe Textur, wie es an meinen Fingern taut, wie es die Finger gefrieren lässt. Eine Schüssel drunter und ein bißchen im Schnee spielen, das macht das Momolein glücklich.

Und wenn es so einfach ist, dann ist es doch das bißchen Aufwand wert, oder?

Kommentare:

Kalliope hat gesagt…

Ich finde das tooootal süß! Hat mir gerade ein extremstes Lächeln ins Gesicht gezaubert - danke für's Teilen dieser Geschichte!

momo hat gesagt…

Das ist toll, vielleicht auch ein kleiner Hinweis, wie man Kinder noch sehr lange glücklich macht, ohne etwas kaufen zu müssen. Manchmal sind es solche Erlebnisse, die sich in eine Seele brennen.

Kalliope hat gesagt…

Es sind eben doch oft die kleinen Dinge, die die größte Wirkung haben...:-)