2012/09/08

Wintervorrat: Momo's Holundersirup




Ich bin ja so ein typisches Mädchen, wenn es zu eiskalten Füssen und Eisnasen im Winter kommt. Kaum schwitzt man nicht mehr, weil es nachts 25*C und mehr sind, schon fängt es an, dass ich abends mit eiskalten Füßen ins Bett krauche.
Und die sind soo kalt, dass ich mich selbst damit erschrecken kann, wenn ich im Schneidersitz oder ähnliches hocke oder im Schlaf mal mein Fuss ans andere Knie komme. Echt einfach unsagbar kalt und wir reden hier nicht über leicht kalt, wir reden über gefierschrankkalt - also eisig...

So kalt, dass noch keiner meiner Freunde, mit denen ich zusammen war, es jemals als romantisch erachtete mir abends die Füsse mit den eigenen zu wärmen. Und da helfen leider keine Socken oder dicke Hausschuhe. Ich habe alle, die mit Fell innen, die die richtig dick gefüttert sind, Laufsocken mit Futter, ich habe sogar Kissen, in die man die Füsse stecken kann.

Meine eigene Körperwärme reicht schlicht nicht aus meine Füsse, Hände oder (und das ist beziehungstechnisch eine echte Katastrophe) meine eiskalte Nase zu wärmen. Warmer Tee bringt es ungefähr genau die Zeit des Trinkens, und schwupps wieder eiskalt. Ich habe alle Arten von Wärmflaschen, die es gibt. Die besten nach wie vor, dei aus Omas Zeiten, aus Gummi, die man mit kochenden Wasser füllt und dann man dann aus optischen und riechenden Gründen in hübschere und kuschligere Umverpackungen steckt...



Als meine Mama vor etwa 5 Jahren zu einer Art Kräuterhexe (im besten Sinne überhaupt) mutierte, änderte sich endlich was. Holundersirup als Tee getrunken hilft mir etwa 3-4 Stunden die normale Körpertemperatur in allen Extremitäten zu halten. Ihr habt keine Ahnung, wie toll warme Füße sich anfühlen. Seitdem gehört es zu meinen wichtigsten Wintervorbereitungen im Spätsommer die Holunderernte nicht zu versäumen. Und meine Familie und Schwiegerfamilie hilft.

Dieses Jahr bekam ich etwa 4l Holundersaft aus dem Garten meiner Schwiegeroma in spe und kochte dieses Wochenende daraus Holundersirup, den man dann im Winter mit kochenden Wasser wie Tee zubereiten kann. Lecker und mein absolutes Lieblings-Wintergetränk. Dabei kann man verschiedene Geschmäcker integrieren. meine Mama kocht den Sirup mit ein paar Nelken und Zimt, so kann man den auch prima benutzen dunkle Saucen zu Braten mit einem Teelöffel viel reichhaltiger im Geschmack zu pimpen. Ein echter kleiner Küchenhelfer. Da meine Schwiegermama aber Zimt einfach nicht ab kann, koche ich meinen pur, denn natürliche gebe ich auch ab.

Wie man ohne Hilfsmittel ganz einfach Saft aus Holunderbeeren machen kann, findet man unter anderem hier.

Aus Saft Sirup zu machen ist relativ einfach, wenn auch bei Holunder eine nicht ganz saubere Sachen. Man braucht einen großen Topf, Zeit und Geduld.
Auf 2l Saft kommt ein Kilo Zucker und ein halbes Päckchen Einmachhilfe, unter Rühren aufkochen, mit einem Schaumlöffel entstehenden Schaum abschöpfen, weitere 15-20 Minuten leicht einköcheln und dann in gut und vor allem extrem heiss gereinigten Flaschen abfüllen. Vorher kurz in einen grossen Krug oder ein Trichter hilft dabei nicht so ein riesiges Chaos -fleckentechnisch - anzurichten. Bei uns gibt es Fassbrause mit dem tollen Schnappverschluss, die sich toll eignen. Easy. Etikett drauf, damit ich es von den mit Zimt und Nelken unterscheiden kann und auch mal verschenken kann. Und gut. Mein persönlicher Lifesaver im Winter...

Kommentare:

momo hat gesagt…

Noch besser für Holundersaft ist es einen Dampfenstafter zu haben, weniger Stress, weniger Dreck, meine Oma macht es so wie hier:

http://helgas-garten.de/holundersaft-selber-machen/

Kalliope hat gesagt…

Was auch so richtig, richtig toll warm macht: Blaubeer-Suppe. Klingt völlig abgefahren, hat uns in Schweden aber genialst von innen aufgewärmt und richtig lange vorgehalten!

Mir deiner Durchblutung ist aber alles ok? Das klingt nämlich schon ganz schön krass, dass du so extrem kalte Hände und Füße hast, sobald keine sommerlichen Temperaturen mehr herrschen...

momo hat gesagt…

Blaubeersuppe kenn ich nicht, meine Schweegeroma erzählte von einer Holundersuppe, die sie auch aus dem Saft macht...

Also ich friere schon mein ganzes Leben, meine Familie nennt mich im WInter liebevoll Eisfuss oder Eisnase und außer Alkohol hilft da nur Holunder (wegen der Blausäure)... und da ich ja nun nicht jeden Tag ab Oktober mir einen in den Tee trinken kann, ist es eben jetzt Holundertee. Ob das Durchblutungstörung zur Ursache hat, keine Ahnung. Ich hab perse eine sehr niedrige Körpertemperatur, und eigentlich niedrigen Blutdruck (ich spreche Kellerniedrig), der durchs Übergewicht jetzt normal ist. Mir wurde immer Teetrinken angeraten... und Socken tragen... Auch von Ärzten...

abraxandria hat gesagt…

ich bin ja auch so eine frostbeule und laufe jetzt schon abends mit strickpulli rum. ammeisten friere ich immer an händen und füssen, im winter ganz schlimm.
holundersaft ist lecker, leider vertrage ich seine säure nicht gut und muss davon sauer aufstoßen. sonst wäre das hier nämlich nen super tipp für mich...
dann halte dich mal schön warm! :)
ich mag deine rezepte! :)

Rennhenn hat gesagt…

Ui, das klingt lecker, ich koche ja auch hin und wieder gerne mal was ein. Sirup hab ich allerdings noch nicht ausgetestet.

Was ich so gar nicht nachvollziehen kann: das Gefriere! Da bin ich total mädchen-untypisch, ich freue mich schon auf den Winter, dann habe ich nämlich endlich wieder eine angenehme Betriebstemperatur. Bei mir ist es gerade andersrum. Wünsche dir, dass der Winter nicht allzu kalt und garstig wird und dass du immer ganz viel Sirup und warme Socken parat hast :)

Bin übrigens über abraxandria auf deinen Blog gestoßen. Ich denke, ich komme wieder, gefällt mir gut hier :)

momo hat gesagt…

rennhenn, schön dich hier begrüßen zu dürfen.. und ich freue mich sehr, dass es dir gefällt.

ich liebe den winter, egal ob kalt oder nicht. das lustige ist ja, dass ich meist draußen kaum oder weniger kalte füsse hab. Schnee ist für mich das größte glück. ich glaube ich habe mehr schneefotos als alle anderen...

aber gerade deswegen ist mir mein Sirup heilig. letztes jahr war ich zur kurzen holunderernte im urlaub und hatte nur noch ein notflasche und musste den rets mit dem holunderblütentee aus der apotheke vorlieb nehmen. kein vergleich... ich brauche den rest blausäure aus den Beeren...