2012/08/05

***WTF*** rant - nächtliche Dauerlärmbelästigungen





Eigentlich wollte ich meinen 665. Post für schöneres Nutzen, da wäre die aromatisierten Zucker in meiner Küche, ein extrem leckeres Lavendel-Schokoeisrezept, aktuelle Kräuternews, micht nur eine Buchrezension, meine letzten Näherfolge... viele Ideen und trotzdem eine Woche Blogpause... Aber jetzt muss es raus:

Ich liebe meine neue Heimat Dresden - ehrlich- von ganzen Herzen. Ich liebe sogar die Massen(nicht immer wirklich netten Touristen), die gerade jetzt in den Sommermonaten Dresden geradezu überschwemmen. Ich kann über die kleinen Unzulänglichkeiten hinwegsehen.

Aber wenn es um meine Nachtruhe geht und eine ständige Störung dessen, dann fuchst mich das extrem.

Was ich meine? Nun, der Koordinator diverser Baustellen in Dresden kann scheinbar keine Karten lesen, anders kann ich mir die Masse der Bauarbeiten in meiner unmittelbaren Umgebung nicht erklären.

Als vor ein zwei Jahren die Kopfsteinpflaster-Strasse vor meiner Haustür mit Asphalt überdeckelt wurde, hat man in meinem engeren Viertel gut 20m vor und hinter Kreuzungen strengstes Parkverbot eingeführt, irgendwie nachvollziehbar. Dass dem Viertel, dass eh schon unter akutem Parkplatzmangel litt, nun mindestens 100 weiter Parkplätze fehlen, hilft der Situation nicht wirklich. Es ist eine Katastrophe, aber vllt. eine Situation, die viele Großstädter kennen.

Vor kurzem hat man beschlossen, die winzige Freifläche zu einem Park umzuarbeiten - toll. Wieso man aber deswegen die Parkmöglichkeiten an den zwei breiteren Seiten wegen der Baustelle beseitigen muss, ist mir schlicht unbegreiflich. Es fehlen also weitere 30-40 Parkplätze. Gleichzeitig muss eine Querstrasse restauriert werden, diese wurde komplett gesperrt, hier fehlen weitere 30-40 Parkplätze.

Okay, jetzt kann man fragen, was das mit Lärmbelästigung zu tun hat. Einiges. Alle Querstrassen sind Kopfsteinpflastergassen, in den rechts und links geparkt werden muss. Zusätzlich ist mein Viertel - das Hechtviertel - sozusagen die Einflugsschneise zur Neustadt, welches DAS Partyviertel von Dresden ist, komplett ohne Parkmöglichkeiten. Alle Partygänger versuchen also des nachts zusätzlich in meinem Viertel ihr Vehikel abzustellen. Gradeso zu ertragen, wenn jetzt nicht jedes einzelne Auto mindestens noch drei Kreise um die Blöcke drehen würde. Man vervielfacht den Verkehr sozusagen und das in den Nachtstunden.

Die schon vor zwei Jahren begonnene Restaurierung der Hauptstrasse wird fortgeführt, das Gleisbett der Straßenbahn wird erneuert, die Straßenbeleuchtung erneuert etc, dafür wird die Straße und die Kreuzungen zur Baustelle, der öffentliche Nahverkehr mit Schienenersatzverkehr also Bus ersetzt. Über die Lärmbelästigung, die das verursacht reden wir mal nicht; sie ist dauernd, also tags wie nachts.
Vor kurzem komme ich nach Hause, ein eng beschriebenes A4 Blatt hängt an der Haustür, das mir nächtliche Bauarbeiten an den Bahnschienen, etwa 100m weiter ankündigt. Mein Häuserblock formt ein U, welcher - natürlich, wie könnte es anders sein - genau in Richtung Bahnschienen geöffnet ist. Die Bahn erneuert die Gleise und die Strecke in der Neustadt seit ungefähr 2 Jahren. Ich habe mich nicht beschwert, als die Bauarbeiter mehrfach in der Nacht mit diesen komischen Tröten sich vor nahenden Zügen warnten, nervig aber tolerierbar, fast ein Jahr lang, jede Nacht. Ich hatte eine Zeitlang einen Tinitus davon, ab und zu höre ich Tröten, wo gar keine sind.

Jetzt baut man einen Haltepunkt, den ich sogar gut finde, auch wenn er gefühlt 400m vom eigentlich großen Neustädter Bahnhof entfernt ist, aber na gut. Man warnt in diesem A4 Pamphlet vor gelegentlichen Baustellenlärm zwischen 23:30 bis 8:30.
Vorgestern Nacht erwachte ich - falsch ich saß zusammengeschreckt gegen 2:30 im Bett, zusammen mit einer netten Migräne, als man scheinbar sich in die Straße fräste. Der Boden bebte, der Lärm war einfach unfassbar (vergleichbar mit einer Schlagbohrer direkt neben dem Ohr), kreischende Sägen, vibrierende Bohrungen. Nach 15 Minuten endlich halbwegs Stille, 10 Minuten später ging es weiter, mein Kopf zerbars förmlich, der Boden vibrierte immer noch.

Ich schloss das Fenster und dankte dem Schallschutz in den Fenstern. Leider ist es Ende Juli, Anfang August, wenn auch zugegeben in einem halbwegs erträglichen Sommer. Trotzdem sind die Hauswände vor allem gen Süden hin aufgeheizt, schliesst man die Fenster nachts hat man sofort Schwüle im Zimmer. Mein Schlafzimmer ist klein, aber gen Hof hinaus. Eigentlich ein echter Glücksfall. Um mein Bett ist ein jeweils 60cm großer Gang, am Fußende hat gerade mal eine Kommode und ein vergleichsweise winziger Kleiderschrank Platz. Das Fenster ist also 60cm vom meinem Kopf geöffnet. Mein Raumvolumen ist also schlicht zu klein, für zwei Schläfer ohne ein geöffnetes Fenster, ganz zu Schweigen von der Hitze.

Welcher f***ing Idiot in der Stadtverwaltung kommt also auf die Idee drei Baustellen innerhalb zweier Häuserblocks zu bewiligen, im August, wo jeder, wirklich jeder praktisch bei komplett geöffneten Fenster schläft. Wieso muss man 8 Stunden lang, zu einer Zeit, wo sicherlich 90% der Bevölkerung - ja auch in der Dresdner Neustadt - schläft, solche Baumaßnahmen vornehmen, - ich wiederhole - im August? Wer hat den Sch*** denn verbrochen? Und das mit 3 tägiger Vorwarnzeit. Ich habe seit 3 Tagen Kopfweh, ich schlafe schlecht bis gar nicht und darf das noch mindestens 2 Wochen ertragen. Wenn ich die Erfahrung der letzten Bahnbaustellen dazu addiere, ist das mindestens noch ein Monat.

Ist das erlaubt??? Darf man seinen Bürgern ganze 14 Tage ihren Schlaf rauben???Ist das nicht gegen die Menschenrechte???

Ich bin entsetzt und leide unter akutem Schlafmangel, ich kann mich am Tage kaum noch konzentrieren.

Ich bin ein sehr friedliebender Mensch, aber sollte ich jemals rausfinden, wer diese Häufung zu verantworten hat, den werde ich sicher ... ach ich kann mir nicht mal mehr eine wirklich gerechte Strafe für das ausdenken. Ehrlich Dresden, kann bei euch keiner bis 3 zählen, kann niemand das Gebiet mal erkunden, und mal nachforschen, was man zu dem Zeitpunkt noch genehmigt hat?

1 Kommentar:

Kalliope hat gesagt…

Hast du dich mal bei der Stadtverwaltung beschwert?