2011/10/23

Startschuß Weihnachtbäckerei

Dresdner Stollen in der "Mach-Phase" nach geheimen sächsichen Familienrezeot

Ein bißchen früh? Mitnichten. Wenn man als Thüringer (und damit Eingeweihter des Herstellungsprozesses hausgemachter Thürniger Klöße) in eine sächsiche Bäckersfamilie "einheiratet" - wir sprechen hier von einer rein methaphorischen "Heirat", nichtsdestotrotz sind meine "Schwiegerellis" eben genau die im Geiste und ich liebe sie abgöttisch - , dann hat man eben auch das Glück in die dunklen Geheimnisse des Stollenbackens eingeweiht zu werden. Insider wissen, dass ich nun schon seit 5 Jahren jedes Jahr fleißig unter Anleitung meiner Schwiegerfamilie Weihnachtsstollen backe(n lerne). Nicht einen - nein, meist so über 5 - in einer riesigen Schüssel. Ingredenzien und vor allem rezeptfertige Einheiten werden hier natürlich nicht verraten, das (Dresdner) Stollenrezept der Familie wird natürlich NICHT ausgeplaudert, aber ein bißchen Einblick darf ich euch schon geben.

Weiß man, was in so einen Dresdner Stollen gehört und wie der Teig dazu fast einen Tag gehegt und gepflegt, geruht und geknetett, gewalgt und gefaltet wird, dann geniesst man jedes Stück noch mit ein bißchen mehr Bedacht. (Vor allem weiß man relativ deutlich über die Mächtigkeit eines Dresdner Stollens viel zu gut Bescheid).
Möchte man pünktlich zum 1. Advent den Stollen anschneiden, so möchte dieser gut einen Monat vorher geruht haben, nachdem er seine "nachbacklichen" Streicheleinheiten bekommen hat, damit's auch wirklich perfekt mundet.

Denn mit dem Backen hat sich's beim Dresdner Weihnachtsstollen noch lange nicht. Also heißt's früh anfangen, damit die Weihnachtsbäckerei seinen Geschmack im Ruhen ausgiebigst entfalten kann und an die thüringische Familie pünktlich zum Nikolaus verschenkt werden kann. Denn die "giert" dann schon voller Vorfreude auf den Austausch der familären Traditionsschmeckerleckerheiten. Liebe geht eben doch durch den Magen.

 In dem Sinne, frohe - frühe - Vorweihnachtszeit.

1 Kommentar:

Hannes hat gesagt…

Genau meine Erfahrung. Ich kaufe den ersten Dresdner Stollen immer Anfang November. Dann ist er am 1.Advent richtig "durchgezogen" und schmeckt damit erst richtig gut.