2011/08/13

reloaded: Tag 27 - Welches Buch fandest du besonders gut, obwohl es aus einem dir eher nicht bevorzugten Genre stammt?

Oh weh, wieder eine Frage, die mich ins Rudern bringt.

Wie ich neulich schon bei Kalliope im Blogg anmerkte, bin ja auch nicht so der Freund von Genresierung. Egal um was es sich handelt, Bücher, Filme, Kleidung, Nahrungsmittel, eigentlich von allem. Und wenn es dann sein muss,  dann bitte haarklein mit 20.000 Genre und Zwischengenres, dann so haargenau dass fast jedes Exemplar ein Einzelstück wird.

Für mich kategorisiere ich Bücher in Fantasy - dann möchten aber bitte auch wilde Getsalten vorkommen. Feen, Drachen, Vampire, Trolle, Dämonen etc. Je wilder desto besser und sie sollten tolle Sachen können, nicht nur fliegen, Zeitsprünge, beamen, sowas. Daher fällt es mir auch schwer da eine genaue Grenze zu Science Fiction zu ziehen. Ich mag wenn das ineinander läuft. - Krimis - wobei das für mich alle Stories sind, in den jemand gesucht wird, manchmal auch nur etwas. Hier zählen für mich gerne auch Verschwörungsromane etc rein und eben auch Body Hunter Stephanie Plum - Gegenwart - was ich ziemlich weit fasse, also auch 50ger Jahre etc ist Gegenwart - Historie - kann da schon sehr weit davor liegen.

Ich kategorisiere nicht in Jugend- und/oder Erwachsenenliteratur. Denn nur weil ein Buch für jüngere Leser geschrieben wurde, kann ich jetzt vllt. ganz andere Dinge daraus mitnehmen und andersrum habe ich viele Erwachsenenkost früher verschlungen und tw. eine andere Sicht auf die Story. Meine Lehrer haben oft mit meinen Eltern geredet ob eben "Catch 22" oder "Ayla" Lesestoff für einen jungen Teen ist. Heute verschlinge ich Harry und Panem, die Edelsteintriologie.

Manche Bücher lese ist erst, seitdem ich den Autoren bei Twitter folge oder durch andere virtuelle Kanäle (John Green oder Maureen Johnsson). Was schreiben Sie? Laut eigenen Aussagen Jugendliteratur. Was lese ich? Gute Geschichten. Nicht wirklich eine orthodoxe Art Bücher zu finden, aber eine für mich erfolgreiche...

Trotzdem überrascht es mich manchmal, wenn mich ein Buch überzeugt. Nicht weil es aus einem "falschen" Genre angehört, sondern weil ich es mir NIE gekauft hätte. Weil es nicht in mein Beuteschema passt, weil ich den Autor nicht kannte, weil ich in dem Moment andere Bücher lese. Mein Paps schafft es da immer wieder, mir Perlen zu schenken... Perlen, die ich später liebe, aber in dem Momet irritieren. Denen ich irgendwann eine zweite Chance gebe und dann meinen Paps ewig dankbar bin.

Im Allgemeinen bin ich aber eher so ein "Autor"-Leser. Wenn mir einer mal gefällt, mag ich am liebsten sein Gesamtwerk lesen und haben. Interessant ist es ja, wenn ein Autor sein Genre wechselt, bzw einfach mal was ganz anderes schreibt...

Habe ich jetzt die Frage beantwortet? Nein, aber ich hab's in viel mehr Worten als Kalliope getan *lach*

Deswegen verweis ich frech, auf eine der Perlen aus dem Büchern des Jahres - 2010...

Markus Zusak - Messenger
Dieses Buch hat mich dieses Jahr wirklich bewegt und mich schwer zum Denken gebracht. Dabei ist es in sich erstmal kein philosophischer Schmöker sondern eine seichte Geschichte, mit einem "Loser" als Hauptfigur, mit dem sich jeder mal identifizieren kann.
Wie man am Titel erkennt, hab ich das Buch in English gelesen, Zusak ist entgegen seinem Namen Australier und hat einen sehr einfachen, aber genialen Schreibstil. Diese unterstreicht durch ihre Leichtigkeit, Lebendigkeit und Originalität sehr gut die Charaktermerkmale des Ich-Erzählers. Ohne Schnörkel und viel Tammtamm erzählt er uns die Geschichte von Ed. Aber sie lebt auch von den vielen Nebenfiguren, der merkwürigen Beziehungen Ed's zu seiner Umwelt. Dadurch lässt sie viel Raum zum Denken, für Eigeninterpretationen und für Philosophisches. Ein geniales Badewannenbuch!
Im deutschen heisst das Buch übrigens merkwürdigerweise "Der Joker"!
Worum gehts?
Ed ist 19 und fährt Taxi, eigentlich sit Ed ein Antiheld, denn er erwartet nicht viel vom Leben. Die Schule hat so halt hinter sich gebracht und nun bestimmt seine Arbeit, seine Freunde und sein Hund, der Türsteher, den er quasi vererbt bekommen hat, sein Leben. Ed lebt so in den Tag hinein und sieht kein Grund etwas zu ändern...
Bis in  seinem Briefkasten eine Spielkarte liegt - ein KaroAss. Darauf in Handschrift: drei Adressen. Die Neugier treibt ihn hin zu diesen Orten, doch was er dort sieht, bestürzt ihn zutiefst: drei unerträglich schwere Schicksale, Menschen, die sich nicht selbst aus ihrem Elend befreien können. 
Etwas in Ed schreit - "Du musst handeln! Tu endlich mal was!" -dreimal fasst er sich ein Herz, dreimal verändert er Leben. 
Doch da flattert ihm die nächste Karte ins Haus.

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