2011/08/04

reloaded: Tag 23 - Welches deiner Bücher hat ein mieses Cover, jedoch einen tollen Inhalt?


Das Thema ist einfacher für mich, da mir das mehr im Gedächtnis bleibt. Weil ich es immer einfach schade finde, wenn einem Buch ein echt mieses Cover verpasst wird, gerade wenn der Inhalt so viel besser und dem Cover konträr gegenüber steht.

Eines davon ist eins meiner Lieblinsgbücher und ganz schön harte Tobak. "Überhaupt nicht komisch" von Jopseh Heller und Speed Vogel ist ein für mich zu Unrecht wenig beachtetes Werk. Meine Ausgabe ist von 1988 und so sieht sie leider auch aus. Aber das schmälert ja zum Glück den Inhalt nicht. "Überhaupt nicht komich" ist eines dieser Bücher, das einen moralischen Zeigenfinger haben sollte, aber keinen hat. Es ist dadurch in seiner Art sehr jüdisch, so schwarz und ohne Grenze des Humors. Man lacht aus vollem Herzen über die Krankheitsgeschichte eines Menschen, und man darf es, denn er erzählt sie selber in dieser Art.

Joseph Heller & Speed Vogel - Überhaupt nicht komisch - [Deutsch]

Story: Es passiert von jetzt auf gleich und die Diagnose überfällt Joseph Heller aus heiterem Himmel: Guillain-Barre-Syndrom, eine Krankheit, die zur Lähmung aller Muskeln führen kann. Für Heller heißt das sechs Monate Aufenthalt in der Intensivstation. In Co-Autorenschaft mit seinem langjährigen Freund Speed Vogel beschreibt er diese Schreckensmonate.
Warum? Wie schon in Catch 22 ist der Hintergrund so gar nicht komisch und eigentlich ist es kein Grund zum Lachen, aber Herr Heller hat sein Buch nicht umsonst so betitelt. In abwechselnden Kapiteln erfährt der Leser von dem Zerfall des Körpers Hellers und seinen Kampf gegen die Krankheit. Nicht komisch? Mit nichten. Denn beide Autoren berichten von allen Vorfällen mit solch trockenem Humor, dass man bald nicht anders kann als laut loszubrüllen und sich schnell zu fangen, vor Selbstscham. Doch das alles ist erwünscht. 
Auszug: 


Oder da wäre ein ganz besonderer Actionthriller, wenn auch schon etwas älter. was der Hengst auf Wellblech mit dem Buch zu tun hat, ist mir nie klar geworden. Aber das war mir egal, habe ich das Buch doch aus einem Ausverkauf und auch wenn der Klappentext mich nicht wirklich begeistert hat, hat mich das Kurze reinlesen so begeistert, dass ich es einfach so mitgenommen hab.


Jay Bonansinga - Killerparade - [Deutsch]

Story: Manchmal ist das Leben hinterhältig und gemein. Und das auch zu Profi-Killern. So erfährt Profikiller Joe -Slugger- Food, daß er an einer unheilbaren Krankheit leidet. Statt auf sein qualvolles Ende zu warten, beschließt er, die Dienste seiner Zunftgenossen in Anspruch zu nehmen. So setzt er Via Internet setzt er eine Summe von sechs Millionen Dollar auf seinen eigenen Kopf aus. Und so ist es kein Wunder, daß ihm schon wenig später eine ganze Parade von Killern aus aller Welt auf den Fersen ist. 
Dumm nur, daß Slugger inzwischen eine Nachricht von seinem Arzt erhalten hat, nachdem er das Opfer einer Verwechslung ist. In Wahrheit ist er kerngesund, noch.
Warum? Nicht nur ist die Story wahnwitzig, auch der Autor schafft es, diese irrwitzige, adrenalinhaltige Geschichte mit viel Detailverliebtheit zu erzählen, auch wenn kurzlebige Charackter über mehrere Seiten vorgestellt werden. Es wird so ziemlich alles in die Luft gejagdt, vom Autos über Kirchen bis hin zu einer Fähre, Menschen sterben im andauernden Kugelhagel in wahren Massen und das Tempo ist gnadenlos hoch. An einigen Stellen merkt man dem Buch sein ALter (1998) zwar schon an, das trübt aber meiner Meinung nach in keinem Fall das Lesevergnügen. Actionthriller sind sonst nicht so mein Genre, aber dieses Buch besticht durch Wahnwitz.

Und auch wenn mir früher dieses Buch optisch gefallen hat (ich war jung und mir gefiel es immer kunterbunt), so würe ich heute das Cover nicht mehr als passend beschreiben. Auch wenn es chaotisch ist. 

Martin Millar - Die Elfen von New York - [Deutsch]

Story: Schon der erste Satz beschreibt das Buch in Perfektion: "Dinnie, ein übergewichtiger Menschenfeind, war der schlechteste Geiger von New York. Trotzdem übte er gerade tapfer, als zwei hübsche kleine Elfen durch sein Fenster im vierten Stock flatterten und auf seinen Teppich kotzten..." und in dem Stil geht es weiter. Die Story ist nicht wirklich treffend zusammenzufassen, aber sie ist faszinierend und humorreich beschrieben. Ein absolutes Gesamtkunstwerk.
Eine andere treffende Kurzbeschreibung lautet so: 
Dinnie leidet nicht an Halluzinationen. Bei ihm haben sich wirklich zwei schottische Distelfeen einquartiert, die sich nach Manhattan verflogen haben. Die beiden stellen das Leben von Dinnie und seiner Traumfrau auf den Kopf. Schon bald gibt es Aufruhr unter den Elfen, und ein Punkrock-Sommernachtstraum beginnt »Pop-Literatur, wie sie sein muß voll Mystik, Rock, Drogen, Humor und Sex.« ----[Michael Pauls]


Warum? Ich glaube, ich habe noch nie ein so fantastisches buch gelesen, welchesFfantasy und Wirklichkeit so geschickt in einer einfach gigantischen Geschichte verwebt. Dieses Buch hat mich nachhaltiger beeindruckt, als ich es beim ersten Lesen gedacht hätte. Heute gehört es zu diesen ganz bestimmten heimlichen Lieblingsromanen, die nicht viele kennen und die trotzdem einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen. Millar ist sicherlich nicht für jeden, seine Schreibweise mutet chaotisch an, aber scheinbar leben wir in dem selben Chaos. Für mich ist es ein Kleinod.

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