2011/07/31

Die Sache mit dem Mozarella


Tomate-Mozarella ist bekannt wie ein bunter Hund, viele lieben es. Ich auch. Von vielen Freunden höre ich aber, dass ihnen der Mozarella nocht schmeckt. Ich denke, dass liegt vor allem an der Konistenz des hier meist erhältlichen Käsevariation.
Ich persönlich mag den Kuh-Mozarella am liebsten auf Pizza, geschmolzen und mit leichter brauner Kruste.
Auf meine Tomaten - pur und roh - kommt bei mir stattdessen der orginale Büffel-Mozarella. Denn der ist geschmacksintensiver und die Konsistenz ist cremiger. Der ist zwar kostenintensiver, aber das lohnt sich. Am liebsten mag ich die in 500g-Version, die kriege ich manchmal im Supermarkt für unter 3€ und ich kann damit zweimal diese Vorspeise genießen (in Tupperware mit der Flüssigkeit im Nullgrad-Fach 2-4 Tage haltbar).
Dazu kommt bei mir frisch gemahlenes Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer, gutes Olivenöl aus Italien und mein geliebtes Crema di Balsamico.

reloaded: Tag 21 - An welchem Buch hängst du besonders und kannst es einfach nicht weggeben kannst, weil z.B. zu viele Erinnerungen dran hängen

Nach langer Zeit - sozusagen eine kleine Sommerpause - geht es endlich weiter mit dem Buchstöckchen reloaded im August. Kalliope hat diese Frage schon beantwortet und ist ganz ähnlicher Ansicht, hatte es auch schwer sich zu entscheiden, ist ja auch eine schwere, schwere Frage

Für mich hängen an allen Büchern irgendwelche Erinnerungen. Dass ich deswegen diese nicht hergeben wollte, ist nicht unbedingt der Punkt. Ich leihe überhaupt ungern Bücher aus, das hat aber schlicht und ergreifend damit zu tun, dass schon viele Bücher nicht zurückgegeben wurden, dass ich Bücher beschädigt zurückbekommen hab und das durchaus auch von "guten" Freunden.

So hatte ich meine Spezial-Lederausgabe meines "Atrerix-Comics" verliehen, seitdem fehlt die erste Seite und eine ist zerissen. Meine "Momo"-Ausgabe habe ich mir schon dreimal gekauft, denn dieses Lieblinsgbuch, hat es schön ofter nicht oder sehr beschädigt wieder zu mir geschafft. Diese und andere Erfahrungen haben leider dazu geführt, dass ich nur noch an sehr ausgewählte Menschen verleihe, meine Familie, meine Schiwegermama, eine Handvoll Freunde, die das verstehen. Mehr nicht.

Bücher, die ich nicht mehr aus der Hand gebe sind unter anderem von meinem Lieblingsautor Michael Ende, auch weil ich eben immer jene Ausgaben haben will, die ich als Kind gelesen hab. So zum Beispiel "Momo" und "Die unendliche Geschichte". Das sind auch Bücher von "Jostein Gaarder", gerade die, die nicht so ein Kassenschlager waren, wie "Durch einen Spiegel in einem dunklen Wort".

Das sind die Bücher von Kai Meyer, Kochbücher von Jamie Oliver und von anderen, das sind vor allem die groß, dick und gebunden sind. Und nein ich habe NICHTS dagegen, wenn ge/verliehene Taschenbücher beim Lesen in der Falz geknickt werden. Mache ich schließlich auch so, Bücher wollen genossen werden udn nicht im 30°-Offenwinkel erspäht und die Story erraten werden. Ist mir ein Buch wichtig, kaufe ich es gebunden.

Und das sind Bücher, die ich in Einzelausgaben - limiertiert - habe. Wie das erst kürzlich erstandene (aber abfärbende) "gedruckte Internet" von beetlebum, oder das wahnwitzige "RocketBlues" von Ivo Kircheis und Mamei von beatcomix und das liegt nicht nur an den speziellen einzigartigen Signaturen, die ich dringend nochmal hier vorstellen muss.

2011/07/29

Aufreger zum Wochenende

Ich bin und vor allem war ein reger, also häufiger, Autofahrer, nicht immer perfekt aber ein zügiger, der sich über touristische Paparazzi aus dem Autofenster und Schleicher im Allgemeinen maßlos aufregen kann. Was mir aber noch mehr gegen den Strich geht, sind Autofahrer, die die Verkehrsregeln nicht mehr kennen. Vor allem die Verhaltensregeln, die für Begegnungen mit dem ÖNV gelten. Besonders suspekt sind mir Fahrer, die mit Handy am Ohr und Kind auf'm Rücksitz, an einer haltenden Straßenbahn oder Bus mit Tempo 70 vorbeizischen. Vor allem gefährlich, wenn besagtes Verkehrsmittel in der Mitte der Straße aber ohne dort befindlichen Haltestellen fährt; aber auch sonst ist vorauszusehen, daß Schulkinder, Rentner aber auch schlicht kopflose Menschen, die eben Bus oder Bahn noch kriegen wollen, auch mal unbesorgt die Straße überqueren. Damit muß ich als Autofahrer rechnen. Und wenn jenes Gefährt, die Türen offen hat, sollte man doppelt vorsichtig sein und solche Situationen quasi erwarten.

Seit einem halben Jahr fahre ich täglich zweimal die gleiche Strecke mit 2 Straßenbahnen und jeden Tag gibt es mindestens eine solche Situation, die mich den Kopf schütteln läßt.
Oft haben die Fußgänger sich nicht vorbildlich verhalten, aber welcher tut das schon. Immer hat der Autofahrer Sorgfalt und Überblick vermissen lassen, nicht selten war eim grobes Fehlverhalten zu beobachten. Ich finde das wirklich schade, denn nur weil man als Fahrer gewisse Sicherheit bei evtl. Unfällen hat, hat es das Schulkind (oder wer auch immer) nicht. Und gegenseitige Rücksichtnahme sollte vor allem beim Stärkeren ausgeübt werden...*klugscheiß*

Und weil wir gerade beim Meckern sind, Ferienpläne für die Fahrtzeiten sind hinterhältig, ganz besonders wenn sie nicht mindestens eine Woche vorher an allen Haltestellen fett angekündigt werden. Sauerei die Sache!

Bye, bye Harry

Das legendäre Logo kann man "nachmachen", wie das geht erfährt man unter anderem hier  http://www.hpforums.net/harry-potter-general-discussion/19520-create-your-own-harry-potter-style-text-photoshop.html


Bevor man Ade sagt, sollte man erstmal Danke sagen. Danke, dass dich jemand erdacht hat, danke, dass du mir wieder die wundervolle Fantasiewelt der Jugendliteratur zugänglich gemacht hast und danke für tolle 10-11 Jahre.
Ich habe ja die Bücher während meines Aupair-Jahres in New York entdeckt, als ich lesen wollte, aber feststellte, dass deutsch für mich schwer geworden war. Da gab mir ein deutsches Nordlicht, welches auch dort AuPair war, den ersten Teil in die Hand und sagte lies. Und da die gute meinen Buch-Geschmack schon immer kannte, hab ich gelesen. Und tags darauf bin ich in die nächste Bibliothek, hab mich angemeldet und dann innerhalb von 2-3 Wochen alle bis dahin erschienen 4 Bände durch. Also bin ich in den Buchhandel und hab mir die auch noch gekauft, zum immer wieder lesen. Die darauffolgenden Bände waren immer vorbestellt und spätestens in 3 Tagen ausgelesen.

Und dann kamen die Filme. Die - obwohl eine Buchverfilmng - unglaublich gelungen waren, die Schauspieler gut ausgewählt und die Story so schön erzählt, auch wenn natürlich nicht alles haarklein filmisch dargestellt werden konnte. Vieles entsprach genau meiner Vorstellung, einiges natürlich nicht, wie das immer so ist, und doch habe ich jeden Film als BlueRay zu Hause und lege diese ab und zu auch gerne wieder ein.
An dieser Stelle möchte ich mal eine Lanze für Rupert Grint alias Ron brechen, von allen "Jungschauspielern" dieser Serie hat er sich für mich als wahres Juwel herausgestellt. Auch wenn seine Rolle, rein menschlich, schon die meiste Entwicklung und die meiste Bandbreite mitbrachte, hat er es doch meisterhaft geschafft, den Ron aus dem Buch auch wirklich zu verkörpern.

Gestern war ich also im letzten Teil der filmischen Harry-Potter-Saga, es war wie immer schön. Auch wenn das erwartete gigantische Filmfeuerwerkr ausblieb, aber es ist ein würdiger Schlußpunkt.Gut ausgewogen zwischen den actionreichen Szenen und der düsteren Zeit. Wie immer begeisterte mich Miss McGonagall, wie immer fürchterlich fand ich Ginny.

Was bleibt? Ich bin ein bißchen traurig, dass es jetzt wirklich vorbei ist, freue mich aber für die Schauspieler, dass sie wieder ein eigenes Leben haben und in andere Rollen schlüpfen. Zwar werden sie wohl immer Harry, Ron, Hermione ,Luna, etc. sein, aber es gibt schlimmeres oder? Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, die Karriere des Mr. Grint näher zu verfolgen und es bleiben ja immer noch die Bücher zum immer wieder schmökern und die Blue-Rays für verregnete Wochenende, die eindeutig ein bißchen Fantasy vertragen könnten.

2011/07/26

summerimpressions - Mohn, Mohn und noch viel mehr Mohn


Weil Mohn für mich Sommer ist, weil Mohn mir gute Laune macht und weil Mohn nur draußen wächst... Ich liebe Mohn.

2011/07/17

fruchtiger Wochenabschluss

Auch ohne eigenen Garten koche ich jedes Jahr eine eigene Marmelade ein. Wie fats jedes Jahr bekam ich dafür von meiner Schwiegermama gut 1kg Johannisbeeren... Diese wurden entsaftet und weil ich noch vom letzen Jahr Johannesbeergelee hatte, habe ich ein paar Beeren von einem gekauften, gefrorenen "Beerenmix" dazugetan, aufgekocht, Gelierzucker dazu und je nach Geschmack ein bißchen püriert.
Und weil ich noch viele, viele Pfirsische über hatte, die nicht so wirklich weich werden wollten, habe ich noch eine paar Gläser Pfirsisch Melba gekocht... Auch die wurden mit TK-Himbeeren veredelt.
Ich hoffe, das alles schmekct so lecker, wie es rocht, als es kochte. Und weil die Augen mitessen, kriegen meine Gläser immer ein schickes Etikett.

2011/07/16

Touristenfoto


Das dürft ihr jetzt interpretieren, wie ihr wollt. Ich jedenfalls liebe Dresden, und kann sehr gut verstehen, dass wir jedes Wochenende beinahe in Touristen untergehen... Aber ich lasse mir meine "Stadt" nicht nehmen, und freue mich immer an ihren Schönheiten...
Dresden ist eine schicke alte Lady... und wunderbar nett udn und höflich, wenn auch ein wenig verschroben...

2011/07/15

D-Dorf - ein paar Impressionen mit Tinitus


Wieso Tinitus? Na, weil nach dem Metal-Konzert (The Big Four) nahe/vor den Lautsprechern vielleicht nicht unbedingt das gesündeste sind. Dafür sehr atmosphärisch für den Metal. Anyway, es hat gerockt, es war laut es war gut, und sicher einmalig.
Den Tag danach habe ich genutzt, mich mal in Düsseldorf umzusehen, und so bin ich schnell in der Altstadt gelandet. Was in Dresden die Neustadt, scheint in Düsseldorf die Altstadt... Kneipen, kleine Lädchen, viele Bars, Restaurants etc. und niedlische Häuser... I like. Habe mein erstes Alt getrunken, vielleicht war es das Falsche, aber naja, nich mein Ding.


Kann mir jemand erklären, warum es in D-dorf sooooo viel Bambus gibt? Ist ja schick, doch war etwas verwirrend...

2011/07/11

Märchenheld

8 rote Rosen für 8 Jahre und Gerberas für das kleine Mädchen in mir....

Manchmal ist mein Held nicht nur heldenhaft sondern auch märchenhaft... So hat er noch nie unseren Jahrestag vergessen. Aus meiner Sicht eine echte Meisterleistung, ist es in meiner Familie doch Sitte, dass die Frauen diesen regelmäßig verschwitzen. Auch ich bilde da dieses Jahr keine Ausnahme, denn erst als ich meinen Helden mit Blumen im Arm auf mich zukommen sah, war mir klar, dass ich es mal wieder verpasst hatte. Zum Glück hatte ich (vllt. ja unterbewusst) ihn, eh schon zum Essen eingeladen und trotzdem finde ich ihn in solchen Momenten einfach märchenhaft.
Und nein ich tausche/verkaufe/verschenke nicht - und schon gar nicht gebe ich ihn her. MEINER.

2011/07/10

komplizierte Echtwelt - Verflucht von Lili St. Crow.

Schon wieder Fantasy? Ja, weil es wirklich wieder eine kleine phantasievolle Perle ist. Auch wenn "Verflucht" mal wieder der Auftakt einer Reihe ist. Ein bißchen "Supernatural" meets Buchwelt.
Und auch hier wird man wieder in eine neue Welt eingeführt, denn neben unserer Realität existiert die äußerst komplexe und düstere Echtwelt (voller Blutsauger, Dhampire, Werwölfe, sogar in brennender Form, Kuoroi, Svetocha, Traumfänger u. viele viele andere), die wir wie so häufig ignorieren und verdängen. Normale 16-jährige gehen zur Schule, Dru (die Hauptfigur) auch - naja so manchmal.

Worum geht's?
Halbwaise Dru Anderson hat kein festes Zuhause, schon ziemlich lange nicht mehr. Weiß man von der Echtwelt ist es zu gefährlich, lange an einem Ort zu bleiben. Nicht verwunderlich, denn ihr Vater ist ein Jäger, der versucht Geister, Zombies und andere Dämonen o.ä. auszurotten. Leider zieht er dabei die Aufmerksamkeit von noch gefährlicheren Feinden auf sich. 
Bis er eines Abends jedoch als Zombie von seinem Einsatz zurück kommt, um seine eigene Tochter zu töten. Zwar gelingt es Dru, sich zu wehren, doch "tötet" sie so ihren Vater und ergreift die Flucht und landet ausgerechnet bei Graves. Dieser ist ein zurückhaltender "Make-Believe"-Gothic, den sie aus der Schule kennt und der schon länger auf eigenen Beinen steht.
Unvorsichtigerweise bietet er ihr Hilfe an und ahnt dabei nicht, in welche Gefahren er sich bringt. Und so kommen immer mehr Geheimnisse ihres Vaters zu Tage und machen das Chaos perfekt. 

Wieso? Die Story ist kompliziert, die geschaffene Phantasiewelt komplex und so benötigt Autorin Lili St. Crow, die schon unter dem Namen Lilith Saintcrow Jugendromane verfasste, ein paar Seiten mehr, den Leser in diese Welt einzuführen. Das mag sich am Anfang ein bißchen ziehen, ist es aber wert. Denn ab dem Paukenschlag des Todes ihres Vaters bekommt die Geschichte Fahrt, die sie bis zum Ende nicht verliert und voller Wendungen ist - "supernatural" eben.
Außenseiterin Dru ist dabei endlich mal eine reale Heldin, die schreien, weinen und verzweifeln darf und auch mal im Chaos, den Überblick verliert. Als Leser weiß man so nie, wen man vertrauen darf und was als nächstes passiert. Definitiv ein Buch zum zweimal lesen.

Eine kleine Erwähnung verdient hierbei die sehr schräge Namensgebung der Autorin für ihre Figuren: Dru? Graves? Sergej? Dagegen ist Christophe so richtig aus dem Leben gegriffen...

An dieser Stelle, möchte ganz besonders der lieben Kalliope, für die Leihgabe dieses Buches danken, denn nach ihrer Rezension war ich schwer neugierig. Und so hat sich die Gute für mich Lesemonster kurzzeitig von einem ihrer Schätze getrennt.
Ich für meinen Teil, habe den zweiten Teil schon bestellt - in Englisch, denn im Deutschen muss man noch bis Dezember warten. Zu lang für mich. Ich berichte weiter.

2011/07/05

Bücherliebe – Ein Stöckchen

Dass ich Bücher liebe, sollteja bekannt sein. Wie kritisch meine Buchsucht ist, will dieses Stöckchen herausfinden, dass ich frech bei einigen meiner Lieblings-Bloggs, wie dem Blogschäfchen, Himmelsblau, 7sünden ...  geklaut habe.
(Da es etwas lang ist, zeige ich ausnahmsweise mal nur die Kurzversion an, um alles zu lesen, klicke auf "weitere Informationen")

[ x ] Du gehst nie ohne Buch aus dem Haus. - Naja, nie ist vielleicht etwas hart, aber selten passt schon. In der Tasche ist eigentlich immer eins und wenn nicht liegen ja noch eBooks aufm iPhone.

[ x ] Dein Bücherregal nimmt den größten Teils deines Zimmers ein. - Im Arbeitszimmer schon, aber an sich liegen in jedem Raum ein paar Bücher rum, und seien es Kochbücher in der Küche. Und ja auch im Bad.

[ x ] Du teilst dein Bett mit Büchern. - Sehr zum Missfallen meines Heldens.

[ x ] Du inhalierst den Geruch von Büchern. - Ich liebe den Geruch von Büchern...

[ x ] Du streichelst Bücher. - Bevor ich es aufmache und wenn ich es wieder zurückstelle, eigentlich immer.

[ x ] Du kaufst jedes Mal etwas, wenn du in eine Buchhandlung gehst. - Schlimmer noch, dank Onlineshops kaufe Bücher sogar, wenn ich nicht im Buchladen steh.

2011/07/04

Impression vom Wochenende

Metal, baby. Mehr gibts im Laufe der Woche, außerdem verweise ich mal frech auf meine Twitter-Timeline und Facebook.

Und wer nicht weiß, wo das war, der hat das Mega-Konzert des Jahres verpasst, denn am Samstag trafen sich die 4 Metal/Rockgrößen Anthrax, Megadeath, Slayer und Metallica für das BigFour-Konzert auf Schalke. Google it.

2011/07/01

"Depression ist ein fucking Event" - Mängelexemplar von Sarah Kuttner

Sarah Kuttner kennt der "Jungmensch"-im-jetzt-schon-Erwachsenenstatus von früher von einer kultigen (und leider viel zu wenig beachteten) Show auf VIVA, später auf MTV und mittlerweile immer mal wieder auf den Öffentlichen. Kuttner ist anders und ein Riesentalent.

Ihr Kolumnen (u.a. in der Süddeutschen Zeitung) haben es schon mehrmals zum Buch gebracht, mit ihrem "Mängelexemplar" gibt es aber jetzt (schon länger) einen Roman, der irgendwie auch anders ist.


Worum geht's? Nun Karo ist jung - naja Ende Zwanzig, aber was ist Alter schon? -, aber leider auch depressiv. Außerdem ist sie noch überdreht und bisher immer auf der Überholspur unterwegs, also eine typische Großstadtpflanze. Das Leben sieht sie als ein Büffet, Nachschub garantiert. Bis sie ihren Job verliert, war sie Eventberaterin; sie organisierte coole Partys und hatte 'nen Freund, wenngleich der mindestens genauso oberflächlich war wie sie.
Und dann fängt es an, dass tiefe, tiefe Loch. Plötzlich sind da Herzrasen, Schweißausbrüche und Panikattacken. Und wie viele tarnt sie es mit Dauerquasselei und zynischen Witzen. 
Doch so langsam beginnt sie zu begreifen, daß so eine Depression eben nicht in 24h Dauersitzung mit ihrer Therapeutin zu überwinden ist.

Wieso? Das überraschende ist wohl die Autorin: Kuttner sprach als Moderatorin ihrer Showschnell und nicht immer verfolgbar, als Autorin schreibt klarer, aber mindestens genau so schnell. Das Buch lebt von der einfachen Sprache, gespickt mit prägnanten Bildern und flapsigen Formulierungen. Sie gestaltet die Innenansicht der Karo als wahres Kopfkino und beschreibt ungeheuer nachvollziehbar die Leere nach der Dauerberieselung, die Angst vor Kontrollverlust, den Absturz im Kopf. Den Begriff "Quarterlife Crisis" ist wohl schon jedem mal über den Weg gelaufen, Miss Kuttner gibt so der schwer vorstellbaren Krankheit eine Geschichte - und eben auch ein orienterungsloses Gesicht.
Das Überraschende? Sie mach das erstaunlich gut und beschreibt so ein verschwiegenes Minenfeld der Gesellschaft.
Vielleicht sind die Charaktäre noch nicht so ausgereift und vielleicht fehlt der Hauptfigur Karo das Geheimnis(?). Aber dann wiederum, ist das Buch nicht die Geschichte der Therpaie, also ein offenes Buch?

Ich persönlich mochte es. Besser als jeder Pseudo-Ratgeber ist es in jedem Falle (schonmal weil es nicht beraten will, sondern NUR eine Geschichte erzählt) und unterhaltsam noch dazu. Zudem besser und nicht so reißerisch wie das ihrer "Kollegin" Charlotte Roche, leicht und doch nachdenklich, amüsant und fesselnd, aber nicht runterziehend.

Ein wunderbares Nebenherlesbuch, für die Straßenbahn, kurze Reisen, als Badewannenbuch, nach einem stressigen Arbeitstag oder für den Sonntagnachmittag auf der Wiese. I like.