2011/05/01

reloaded: Tag 1 - Welches Buch liest du momentan?

Noch lese ich die letzten Seiten meines Osterbuches, welches mir mein Held geschenkt hat. Es ist eines der Bücher, die ich mir NIE selbst gekauft hätte, die mich aber nachhaltig beeindrucken/beeindruckt haben, und die mich zum nachdenken anregen, was nicht unbedingt an der Geschichte als solches liegen muss, sondern manchmal auch einfach am Helden oder seine Thesen/Gedanken/Aussprüche. Oskar Wrobel ist eine solche Figur, ist sie doch eher ein Antiheld. Nicht wirklich ein Loser, aber eigentlich ist ihm alles schnurzegal. Keine nachahmenswerte Haltung, aber man kann sich vllt. doch so einiges abschauen.
Das Buch von Tino Hanekamp wird schon jetzt als Buch des Jahres 2011 gehandelt und mir gefällt Druck, Satz und überhaupt. Ob der Hype gerechtfertigt ist, ist mir noch nicht wirklich schlüssig. Es ist auf jeden Fall lesenswerter als der Klappentext vermuten lässt.



Tino Hanekamp - So was von da [deutsch]
Worum gehts? Es ist Silvester, Oskar Wrobel will in seinem Club aufm Hamburger Kiez die beste Party schmeißen, die die Welt je gesehen hat. Gar nicht so einfach, wenn man a) unglaubliche Schulden, b) der Club am nächsten Tag geschlossen werden muss, c) einem einer der größten Kiezgrößen erpresst d) da noch alte Lieben auftauchen e) Freunde sich merkwürdig verhalten, f) Politikgrößen im Fahrstuhl hängenbleiben und und und.... Kurzum das Leben ist nicht so einfach, schon gar nicht, wenn man eh einfach nur liegen bleiben möchte.
Warum? Der Schreibstil ist lebensecht, nah, eben "real", wie man neudeutsch sagt. Man sagt, "So was von da" ist der musikalischste, romantischste und schnellste Bildungsroman aller Zeiten. Wobei Bildungsroman vielleicht schwer übertrieben ist. Es ist Literatur, Fiktion, die sich wirklich anfühlt. Der Sog wird von Seite zu Seite stärker und schießt den Leser mit der Geschwindigkeit einer Silvesterrakete in den Himmel. Er verwirrt, unterhält, amüsiert, trifft und läßt einen grübeln. Also alles in allem ein gutes Buch, wenn auch nicht für jede Gelegenheit.
Eine Besonderheit: Die Seiten sind an den Kanten geschwärzt und hängen so bei Erstlesung zusammen und müssen so bei jedem Umblättern leicht getrennt werden. Dies ist einerseits nervig, andererseits so gewollt und tragen zum Leseerlebnis bei. Inwieweit man das gut findet, darf der Leser selbst herausfinden. Optisch hätte ich aufgepasst, dass das schwarz wenigstens das schwarz des Buchrückens ist, aber naja.


Tino Hanekamp, So was von da, Kiepenheuer & Witsch, 2011, Köln, ISBN: 978-3-462-04288-7

Und was liest Kalliope? (siehe auch in der Seitenleiste)

Kommentare:

Kalliope hat gesagt…

OK, noch ein Eintrag auf dem Wunschzettel... Deine Beschreibung hat mich jetzt überzeugt, dass ich das Buch auch unbedingt lesen möchte (nachdem die Zitate, die du mal ge-facebook-t hattest, mich schon neugierig machten). :-)

Ich sehe schon: Am Ende unseres gemeinsamen Bücherstöckchens wird mein Wunschzettel wohl um ca. 31 Bücher wachsen. ;-)

Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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