2010/11/02

Kreutzer kommt ... oder doch nicht?

Der Krimi mit Christian Maria Herbst auf Pro/ polarisiert. Zumindest wenn man Twitter betrachtet. Da ich gestern ausnahmsweise mal "live" TV schaute, war ich wieder mit dem Problem Werbung konfrontiert und habe somit in den Pausen geschaut, was andere so zu dem Thema denken. Und dort gab es von "genial" bis "langweilig" alles.

Für mich ist der merkwürdige Kommissar eine Mischung aus vielem: Da ist die Aufmerksamkeit von "Monk", das Gehabe von "House", die Methoden von "Lie to Me", zwischendrin Hochgeschwindigkeitsgebrappel ala "Gilmore Girls" und das alles mit so vielen Verdächtigen, wie in alten englischen Krimis. Also im Endeffekt eine "geklaute" Mischung, aber deswegen schlecht?

In meinen Augen das Gegenteil. Für mich funktioniert der Mix sogar richtig gut. Warum?

Ich hasse Krimis ala CSI, wo mit allem möglichen High-Tech-Kram der Fall gelöst wird, ohne das man nachvollziehen kann, wie diese funktionieren. Schwupp, kommt ein Assi rein und erzählt ein neues Indiz. Das muss man so schlucken. "Kreutzer kommt" ist dagegen Kopfkino. Wohl der Grund, weshalb ihm auf Twitter teilweise die "Spannung" abgesprochen wurde. "Kreutzer" funktioniert, wenn die Zuschauer mitdenken und sich nicht nur beflimmern lassen. Ein bißchen wie lesen, nur im TV. Für mich ein spannendes Konzept. Dazu ein bißchen Psychologie. Nicht so "übertrieben" wie in der LightmanGroup von "Lie To Me", aber dennoch durch Provozieren und Beobachten. Sicher für Herbst eine Rolle die Spaß macht.

Die Story war wie ein englischer Krimi, viele Verdächtige und alle haben Leichen im Keller. Nicht realitätsnah? Der Russe ein Waffenschmuggler... Klischee pur. Ja, stimmt. Und am Ende wird die halbe Belegschaft eingesperrt. Aber es war ja nur ein Fall des Kreutzer, und immerhin der Pilotfilm. Aber muss man mit Klischees immer so spielen, dass man sie widerlegt? Die Rolle "Kreutzer" soll polarisieren, wie "House", und wie der scheint seine Rolle mit Hintergrund angelegt. Vielversprechend.

Was bleibt ist für mich die Hoffnung auf ein Nachspiel, auf mehr Kopfkino. Ich mochte "Kreutzer". Mehr als Stromberg, dort schäme ich mich nur dauermäßig fremd. Das ist für mich kein Entertainment.

PS: Überraschenderweise geben mir die Quoten recht, und auch so manch andere Kritik. Das lässt mich hoffen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Gut gebrüllt Löwe!
Ich kann mich nur voll anschließen (einschließlich des: "fremdschämens") bei Stromberg.
Das einzige was mich wirklich genervt hat, waren die leicht moralinsauren Off-Kommentare am Anfang und Ende. Nach diesem Beginn sah ich Christoph Maria Herbst als neuen deutschen, betroffenheitstriefenden Polizisten dräuen und wurde glücklicherweise enttäuscht!
Mark.