2010/11/14

Enttäuschung im Pineapple

Durch meine Zeit als AuPair in den USA habe ich ein bißchen die amerikanische Küche zu schätzen gelernt. Nicht alles, aber ein gutes BBQ-Steak, ein wirklich guter Burger und vor allem die BBQ-Ribs mit leckerem Coleslaw, der sich wesentlich von einem bayrischen Krautsalat unterscheidet.

Damals, als der Elbepark noch klein und überschaubar war, gab es an den Bowlingbahnen ein feines amerikanisches Diner namens "Chicago". Dort gab es gigantische Milchshakes, supergeniale Burger, tolle Steaks, BBQ-Ribs zum niederknien mit gigantischer BBQ-Sauce und einen wirklich guten Coleslaw. (Letzteres erinnerte mich qualitativ an die gigantisches Rippchen, die ich in einer Blues Bar in Memphis genoss.)

Nach dem Umbau zog die Bowlingbahn ein bißchen um und daneben eröffnte das "Pineapple" inklusive der Innenaustattung, Deko und Speisekarte des "Chicago". Leider war's das auch an Gemeinsamkeiten. Da es schon spät war, schlug mein Männel vor nach dem gestrigen Shopping in der Stadt, nicht noch selbst zu kochen, sondern mal wieder amerikanisch zu dinieren.
Auch dies schlug fehl. Auf meinen Milchshake wartete ich über 20 Minuten und er hatte nichts mit dem aus dem "Chicago"s gemein. Meine Rippchen kamen dann nach 45 Minuten, waren fettig und zäh, welches mit einer Fertig-BBQ-Sauce versucht wurde zu verdecken. Der Coleslaw kam aus der Fertigpackung und war eher ein bayrischer Krautsalat. Und auch die Pommes waren im Chigagos schonmal wesentlich besser. Einzig die selbstgemachte Limonade schmeckte.

Was bleibt? Die Enttäuschung, dass damit wirklich "amerikanisch" zu speisen in Dresden schwieriger wird. Und das die Athmosphäre dahin ist, im Pineapple war es zugig und ungemütlich. Die "Deko" mitzunehmen reicht eben nicht. Das Personal schien überfordert und die Küche scheint eindeutig sein vorher gutes Gesamtkonzept über den Haufen geworfen zu haben und auf Fertigprodukte zu setzen. Mich wird man da wohl nicht mehr sehen, denn auch die amerikanische Küche braucht Qualität. Schade, ich hatte mich so auf die Neueröffnung des "Chicago"s gefreut...

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