2010/08/26

[31 Tage - 31 Bücher]: Tag 12 – Ein Buch, das du von Freunden/Bekannten/… empfohlen bekommen hast

Ui, das sind eigentlich viele. Wenn man viel liest, kennt man gemeinhin auch viele Menschen, die lesen. Ein wirklich zu Herzen gehendes Buch, dass ich etwa im Alter von 14 empfohlen bekommen hab (und das von meiner gesamten Familie), ist:

Joseph Heller - Catch 22 [engl] / Der Iks-Haken [deutsch]


Story:  Das Leben ist ungerecht, das hat Captain Yossarián schnell kapiert. So muss er im II. Weltkrieg Kampfeinsätze fliegen, auch wenn er sie für komplett idiotisch hält. Um diesem Irrsinn zu entkommen, beschließt er, den Rest des Krieges im Lazarett von Pianosa zu verbringen. Ein beinah ebenso unmögliches Unterfangen. Yossarián und seine Kameraden halten sich alle gegenseitig für verrückt: Havermeyer schießt nachts in seinem Zelt auf Feldmäuse. 
Doc Daneeka, welcher eigentlich Yossarián fluguntauglich schreiben soll, sucht an sich selbst zwanghaft nach alarmierenden Krankheitsymptomen.
Häuptling White Halfoat möchte unbedingt an einer Lungenentzündung sterben.
Colonel Cathcart will auf die Titelseiten des Life-Magazines.
General Peckem will durch elegante Memos befördert werden. 
Colonel Schittkopp will Paraden abhalten. 
Milo Minderbinder möchte ein Schwarzmarkt-Kartell aufbauen.
Hungry Joe möchte nackte Frauen fotografieren und 
Yossarian möchte einfach nur mit heiler Haut aus dem Krieg herauskommen.
Die Vorgesetzten übertreffen sich mit unsinnigen Befehlen, die das Leben der Soldaten kosten können. Und dann gibt es die Sache mit dem X-Haken, denn wer diese Einsätze fliegt, ist verrückt, wenn er aber deshalb für verrückt erklärt werden will, muss er bei Verstand sein und weiter fliegen ...

Warum? Dieses Buch zeigt den genialen Humor des Herrn Hellers, der es schafft einen Antikriegsroman zu schreiben, in dem er auf die realistische Darstellung des Krieges vollkommen verzichtet. Er bedient sich vielmehr des Grotesken, um die Schrecken und den Irrsinn des Krieges aufzuzeigen. Seine Romanhelden sind wahnwitzig und trotzdem sympathisch, jeder kann mit ihnen mitleiden und allein durch die unterschiedlichen Ängste der Figuren ist der Krieg erschreckend nah. Trotzdem verliert die Story nie an Witz und Charme und das ganze ist einfach eine irrwitzig geniale Story mit allzu realem Hintergrund. Es ist im übrigen eines der ersten Bücher gewesen, bei dem ich nach meinem Auszug das Bedürfnis hatte, es in Orginalsprache zu lesen und zu besitzen.

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